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Bericht über die Betriebsvergleichsergebnisse des Einzelhandels im II. Tertial 1969

von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund Sundhoff
Die bereits irn I. Tertial 1969 im Vergleich mit dem Entsprechenden Vorjahrestertial festgestellte Absatzbelebung des Einzelhandels hat sich auch im II. Tertial weiter fortgesetzt. Nach den jetzt vom Institut für Handelsforschung vorgelegten Betriebsvergleichsergebnissen setzte der Einzelhandel insgesamt im II. Tertial 1969 wertmäßig 8 % mehr um als im entsprechenden Tertial des Jahres 1968. Die Geschäftsbelebung ist auch in allen Fachzweigen des Einzelhandels eingetreten, allerdings in unterschiedlich starkem Umfang. An der Spitze lag der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel, der eine Zuwachsquote von 26 % auswies. Vergleichsweise gut hat auch der Sportartikeleinzelhandel abgeschnitten; hier betrug die Absatzverbesserung im Durchschnitt 18 %. Über dem Einzelhandelsdurchschnitt lagen weiterhin der Textiieinzelhandel (+ 12%) und der Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 11 %). Eine mittlere Position nahmen im Berichtstertial der Eisenwaren- und Hausrathandel (+ 9%), der Spielwareneinzelhandel ( + 9%), der Schuheinzelhandel (+ 9%), der Tabakwareneinzelhandel (+ 8 %), der Lebensmitteleinzelhandel (+7 %) und der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 7%) ein. Relativ gering waren die Absatzzunahmen im Tapeten- und Bodenbelaghandel (+ 1 %) und bei den Reformhäusern (+ 3%). Auch die Drogerien und der Möbeleinzelhandel (jeweils + 6 %) haben im II. Tertial 1969 das Durchschnittsergebnis des Einzelhandels nicht ganz erreicht.
Im Zusammenhang mit der Absatzsteigerung ist im II. Tertial 1969 auch eine erhebliche Verbesserung des Auslastungsgrades der betrieblichen Kapazität erreicht worden. Pro beschäftigte Person wurden im Einzelhandelsdurchschnitt 32 800 DM umgesetzt. Dem stand im II. Tertial 1968 eine Personalleistung von 30 200 DM
gegenüber. Die Steigerung des Absatzes je beschäftigte Person entsprach weitgehend der Erhöhung des Gesamtabsatzes. Es ergibt sich hieraus der Rückschluß, daß die am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte die Mehrumsätze mit unveränderter Beschäftigtenzahl bewälfe tigt haben. Die größte Absatzquote je beschäftigte Person wies im Berichtstertial mit 63 800 DM der Tabakwareneinzelhandel auf. Hohe Werte ergaben sich außerdem im Lebensmitteleinzelhandel (40 200 DM) und im Möbeleinzelhandel (36 500 DM). Den geringsten Absatz je beschäftigte Person erzielte mit 17 000 DM der stark saisonabhängige Spielwareneinzelhandel. Es folgten der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (19 400 DM) und der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (19 900 DM). Vom Textiieinzelhandel wurden im II, Tertial 1969 je beschäftigte Person 24 100 DM umgesetzt. Ähnlich waren auch die Ergebnisse bei den Drogerien (24 200 DM), im Schuheinzcihandel (22 900 DM) und im Sortimentsbuchhandel (22 600 DM).
Neben der Personalleistung hat der Einzelhandel im Berichtstertial auch die Raumleistung gesteigert. Während im II. Tertial 1968 auf den Quadratmeter Geschäftsraum ein Absatz von 1 020 DM entfiel, betrug die Raumleistung im Berichtstertial 1 120 DM. Auch hier entsprach die Zuwachsquote weitgehend der des Gesamtabsatzes, was auf eine im Durchschnitt unveränderte Geschäftsfläche schließen läßt. Den höchsten Auslastungsgrad der eingesetzten Raumkapazität erreichte der Tabakwareneinzelhandel; hier ergab sich im II. Tertial 1969 ein Absatz je Quadratmeter Geschäftsraum von 4 500 DM. Es folgten mit weitem Abstand der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (1410 DM), der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (1 400 DM), der Sortimentsbuchhandel (1 360 DM), der Lebensmitteleinzelhandel (1 230 DM) und der Radio- und Fernseheinzelhandel (1 090 DM). Alle übrigen Branchen lagen in mehr oder weniger starkem Umfang unter dem Einzelhandelsdurchschnitt. Entsprechend dem hohen Raumbedarf wies der Möbeleinzelhandel mit 300 DM den geringsten Absatz je Quadratmeter Geschäftsraum auf. Nur etwas höher war der Wert im Spielwareneinzelhandel (330 DM). Im Eisenwaren- und Hausrathandel betrug der Absatz je Quadratmeter Geschäftsraum 580 DM, im Schuheinzelhandel 830 DM und im Textiieinzelhandel 910 DM.
Nach den beträchtlichen Kostensteigerungen in den Vorjahren hatten die Betriebsvergleichsergebnisse des I. Tertiais 1969 erstmals eine Stagnation in der Kostenentwicklung erkennen lassen. Die Gesamtkosten waren im Einzelhandelsdurchschnitt mit 22,7 % des Absatzes genauso hoch wie im I. Tertial 1968. Auch im II. Tertial konnten infolge der beachtlichen Absatzzunahme und der deutlichen Verbesserung der Personal- und Raumleistung die vom Markt her bedingten Kostensteigerungen aufgefangen werden. Die Gesamtkosten betrugen im Einzelhandel insgesamt 21,5 % des Absatzes gegenüber 21,7% im II. Tertial 1968. Die leichte Verminderung war allerdings ausschließlich auf den kalkulatorischen Unternehmerlohn zurückzuführen, der im IL Tertial 1968 bei 4,3 %, im II. Tertial 1969 dagegen bei nur 4,0 % des Absatzes lag. Die Prozentsätze bei den übrigen Kostenarten wiesen nur unerhebliche Veränderungen auf. An Fremdpersonalkosten wurden im Berichtstertial 9,1 % des Absatzes gezahlt. Im IL Tertial 1968 hatte die Personalkostenbelastung 9,0 % betragen. Die Mietkosten lagen in beiden Tertialen bei 2,2 % des Absatzes; 0,8 % entfielen jeweils auf die Gewerbesteuer. Die Kosten für Werbung sind von 0,9 % auf 1,0 % des Absatzes leicht angestiegen; die Sammelposition „Sonstige Kosten" ist dagegen von 4,5 % auf 4,4 % zurückgegangen.
Die Gesamtkostenbelastung des Einzelhandels schwankte im Berichtstertial zwischen 11,0 % im Tabakwareneinzelhandel und 38,0% im Spielwareneinzelhandel. Mit hohen Kostenprozentsätzen arbeiteten auch der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (37,5 %), der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (32,2 %) und der Radio- und Fernseheinzelhandel (31,1 %). Erheblich über dem Einzelhandelsdurchschnitt lagen weiterhin der Sortimentsbuchhandel (29,3 %), der Möbeleinzelhandel (29,2 %) und der Textiieinzelhandel (26,9 %). Vergleichsweise niedrig waren die Kosten außer im Tabakwareneinzelhandel (11,0%) auch bei den Gemischtwarengeschäften (14,5 %) und im Lebensmitteleinzelhandel (14,9 %).
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