Der Einzelhandelsabsatz im Oktober 1969
von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund SundhoffDer Einzelhandel hat auch im Oktober 1969 das Verkaufsergebnis des entsprechenden Vorjahresmonats deutlich übertroffen. Die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Fachgeschäfte (außer Warenhäusern, Konsumgenossenschaften, Filialbetrieben und Versandhandel) setzten wertmäßig 12 % mehr um als im Oktober 1968. Die Zuwachsquote war damit genauso groß wie im Vormonat September.
In den einzelnen Branchen sind im Berichtsmonat erhebliche Abweichungen in der Absatzentwicklung aufgetreten. Zwar haben alle Branchen, das Verkaufsergebnis des Oktober 1968 übertroffen, jedoch war der Umfang der Verbesserungen unterschiedlich. An der Spitze lag wiederum der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel, der eine durchschnittliche Absatzzunahme von 23 % erreichte. Nur um 1 % geringer war das Plus mit 22 % im Sportartikeleinzelhandel. Über dem Einzelhandelsdurchschnitt lagen weiterhin der Textileinzelhandel, der Möbeleinzelhandel, der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel und die Gemischtwarengeschäfte (jeweils + 16%) sowie der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwarenhandel (+ 15 %), der Spielwareneinzelhandel (+ 14%) und der Sortimentsbuchhandel (+ 13%). Eine dem Einzelhandelsdurchschnitt entsprechende Steigerungsrate von 12 % registrierte der Eisenwaren- und Hausrathandel. Alle übrige Branchen sind in mehr oder weniger starkem Umfang hinter dem Durchschnittsergebnis zurückgeblieben. Relativ gering war die Abweichung im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 11 %), im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (+ 11 %), im Lebensmitteleinzelhandel (+ 10 %), bei den Drogerien (+ 10 %) und im Tapeten- und Bodenbelaghandel (+ 10%). Der Schuheinzelhandel wies eine Steigerung von 8 °/o aus. Die Reformhäuser haben im Berichtsmonat 6 % und der Tabakwareneinzelhandel 5 % mehr umgesetzt als im Vorjahr. An letzter Stelle lag der Radio- und Fernseheinzelhandel, bei dem das Plus nur 3 % betrug. Hierbei muß jedoch in Betracht gezogen werden, daß diese Branche im Oktober 1968 mit einer Absatzerhöhung von 32 % erheblich besser abgeschnitten hat als alle übrigen Einzelhandelsbranchen.
Faßt man das Verkaufsergebnis der ersten zehn Monate des Jahres 1969 zusammen, so ist für den Einzelhandel insgesamt im Vergleich mit dem entsprechenden Zeitraum des Jahres 1968 eine wertmäßige Verbesserung von 8 % festzustellen. Im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel betrug die Steigerung bis Ende Oktober 25 %. Es folgen mit weitem Abstand der Möbeleinzelhandel, der Sportartikeleinzelhandel und der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (jeweils + 12 %). Der Textileinzelhandel hat im bisher abgelaufenen Jahr 1969 11 % mehr umgesetz als in der gleichen Zeit des Jahres 1968. Ähnlich war die Entwicklung im Sortimentsbuchhandel und im Radio- und Fernseheinzelhandel (jeweils + 10 %). Im Tabakwareneinzelhandel, im Spielwareneinzelhandel, im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel und bei den Gemischtwarengeschäften betrug die Zuwachsquote jeweils 9 %. Das gleiche Ergebnis wie der Einzelhandelsdurchschnitt registrierte der Eisenwaren- und Hausrathandel (+ 8 %). Um jeweils einen Punkt unter dem Durchschnitt lagen der Lebensmitteleinzelhandel und der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 7%). In stärkerem Umfang hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind in den ersten zehn Monaten des Jahres 1969 die Drogerien (+ 5 %), der Tapeten- und Bodenbelaghandel (+ 4 %), der Schuheinzelhandel (+ 3 %) und die Reformhäuser (+ 3 %).
Ergänzend ist zu diesem Bericht noch auszuführen:
Von den Fachzweigen des Textileinzelhandels erzielten die Oberbekleidungsgeschäfte im Oktober die stärksten Absatzerhöhungen. Die Geschäfte mit Herren- und Knabenoberbekleidung und die Geschäfte mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung haben das Verkauf sergebnis des Oktober 1968 um jeweils 20 % übertroffen. Nicht ganz so stark war mit 16% die Zuwachsquote bei den Geschäften, die sowohl Herren- als auch Damenoberbekleidung führen. Die Miederwarengeschäfte setzten im Berichtsmonat 18 % und die Geschäfte mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen 17 % mehr
urn als im entsprechenden Vorjahresmonat, Eine dem Branchendurchschnitt entsprechende Zuwachsquote von 16 % ergab sich bei den Geschäften mit "Wäsche, Wirk- und Strickwaren, mit Herrenausstattung und mit gemischtem Sortiment. Nur um 1 % geringer war das Plus mit 15 % bei den Geschäften mit Haus-, Bettwäsche, Bettwaren. Relativ schlecht haben im Oktober die Geschäfte mit Baby- und Kinderausstattung (+ 4 %) und die Meterwarengeschäfte (+ 2 %) abgeschnitten.
Erhebliche Unterschiede sind auch zwischen den Fachsparten des Eisenwaren- und Hausrathandels eingetreten. Hier lagen die Geschäfte mit 30 % und mehr Walzmaterial-, Sanitärartikel-, Bau- und Brennstoffabsatz (+ 22 %) an der Spitze. Eine mittlere Position nahmen die Geschäfte mit 40 % und mehr Haushalt-Großgeräteabsatz (+ 13%), die Geschäfte mit gemischtem Sortiment (+ 13 %) und die Geschäfte mit vorwiegend Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen (+ 12 %) ein. Im Vergleich hierzu war die Absatzverbesserung bei den Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten nur unbedeutend. Sie setzten im Oktober 1969 wertmäßig lediglich 5 % mehr um als im Oktober 1968.
Gegenüber dem Vormonat September ergab sich im Oktober der saisonbedingte Absatzanstieg. Im Einzelhandelsdurchschnitt
wurde das Septemberergebnis um 14 % übertroffen. Die stärkste Steigerungsrate wies mit 46 % der Schuheinzelhandel auf. Vom Textileinzelhandel wurden im Oktober 29 % mehr umgesetzt als im September. Es folgen die Reformhäuser (+ 20%), der
Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 19%), der Spielwareneinzelhandel und der Möbeleinzelhandel (jeweils + 17%). Ein dem Einzelhandelsdurchschnitt weitgehend entsprechendes Ergebnis ergab sich im Sportartikeleinzelhandel (+ 15 %), im Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 14%) und im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 13%). Im
Lebensmitteleinzelhandel war das Oktoberergebnis 9 %, im Eisenwaren- und Hausrathandel, im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel, bei den Drogerien und im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel 6 % höher als das Septemberergebnis. Nur unbedeutende Steigerungsraten registrierten der Tapeten- und Bodenbelaghandel (+ 2%), der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 1 %) und der Tabakwareneinzelhandel (+ 1 %). Entgegen der allgemeinen Entwicklungstendenz setzte der Sortimentsbuchhandel im Oktober 1969 wertmäßig 1 % weniger um als im September.
