Der Einzelhandelsabsatz im November 1969
von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund SundhoffNachdem der Einzelhandel im September und Oktober 1969 das Verkaufsergebnis der entsprechenden Vorjahresmonate wertmäßig um jeweils 12 % übertreffen konnte, ist die Steigerungsquote im November relativ gering gewesen. Die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte (außer Warenhäusern, Konsumgenossenschaften, Filialbetrieben und Versandhandel) setzten wertmäßig nur 5 % mehr um als im November 1968, Hierbei muß allerdings berücksichtigt werden, daß der zum Vergleich herangezogene November 1968 eine beachtliche Absatzzunahme von 11 % gebracht hatte.
Das Durchschnittsergebnis des Einzelhandels ist im November 1969 in erheblichem Maße durch die Entwicklung des Lebensmitteleinzelhandels beeinflußt worden. Nach den Betriebsvergleichsergebnissen war in dieser Branche der wertmäßige Absatz nur 1 °/o höher als im November 1968. Hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind auch der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+0 %), die Reformhäuser (±0 %), der Spielwareneinzelhandel (+2 %), der Tabakwareneinzelhandel (+ 2 %), der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (+3 %) und die Drogerien (+ 3%). Eine mittlere Position nahmen im Berichtsmonat der Sortimentsbuchhandel (-4 %) und die Gemischtwarengeschäfte (-5 %) ein. Alle übrigen am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsbranchen haben auch im November deutliche Zuwachsquoten erzielt. An der Spitze lagen der Sportartikeleinzelhandel (+16 %) und der Radio- und Fernseheinzelhandel (+15 %). Der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel und der Schuheinzelhandel setzten im November wertmäßig jeweils 13 % mehr um als im entsprechenden Vorjahrsmonat. Es folgten mit Absatzverbesserungen von jeweils 11 % der Eisenwaren- und Hausrathandel und der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel. Nur um 1 % geringer war das Plus mit 10 % im Möbeleinzelhandel. Im Textileinzelhandel betrug die Steigerungsrate 9 %, im Tapeten- und Bodenbelaghandel 8 % und im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel 7 %.
Einschließlich November ergibt sich für den Einzelhandel insgesamt im bisher abgelaufenen Jahr 1969 im Vergleich mit dem entsprechenden Zeitraum des Jahres 1968 eine wertmäßige Absatzzunahme von 8 %. Ein dem Durchschnitt entsprechendes Ergebnis wurde vom Tabakwareneinzelhandel, vom Eisenwaren- und Hausrathandel, vom Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel und von den Gemischtwarengeschäften registriert. An der Spitze liegt der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel, der in den ersten 11 Monaten des Jahres 1969 24 % mehr umsetzte als 1968, Beachtliche Zuwachsquoten wurden mit jeweils 12 % auch vom Möbeleinzelhandel, vom Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel und vom Sportartikeleinzelhandel erreicht. Nur um 1 % geringer war das Plus mit 11 % im Radio- und Fernseheinzelhandel. Der Textileinzelhandel hat bis Ende November das Verkaufsergebnis des Vorjahres um 10 % übertroffen; ähnlich war auch die Entwicklung im Sortimentsbuchhandel (+9 %). Die übrigen Branchen sind in mehr oder weniger starkem Umfang hinter dem Durchschnittsergebnis zurückgeblieben. Relativ klein war die Abweichung im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+7 %), im Spielwareneinzelhandel (+7 %) und im Lebensmitteleinzelhandel (+6 %). Die geringsten Steigerungsraten erreiditen die Drogerien (+5 %), der Schuheinzelhandel (+4 %), der Tapeten- und Bodenbelaghandel (+4 %) und die Reformhäuser (+3 %).
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Zwischen den Fachzweigen des Textileinzelhandels zeigten sich auch im November erhebliche Abweichungen im Absatzverlauf. Wie im Vormonat Oktober haben auch im November die Oberbekleidungsgeschäfte am besten abgeschnitten. Von den Geschäften mit Herrenund Knabenoberbekleidung wurde das Verkaufsergebnis des November 1968 um 14 % übertroffen. Bei den. Geschäften mit vorwiegend Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung betrug das Plus 13 % und bei den Geschäften mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung 11 %. Die Fachsparten Teppiche, Möbelstoffe und Gardinen, Baby- und Kinderausstattung sowie gemischtes Sortiment setzten im November jeweils 8 % mehr um als im entsprechenden Vorjahresmonat. Etwas geringer waren die Erhöhungen bei den Geschäften mit Hausund Bettwäsche, Bettwaren (+7 %) und den Geschäften mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren, mit Miederwaren sowie mit Herrenausstattung (jeweils + 5 %). Im Gegegensatz zur allgemeinen Entwicklung mußten die Meterwarengeschäfte eine Absatzeinbuße von 3 % hinnehmen.
Von den Fachsparten des Eisenwaren- und Hausrathandels nahmen die Betriebe mit 30 % und mehr Walzmaterial-, Sanitärartikel-, Bau- und Brennstoffabsatz im November die erste Stelle ein. Bei ihnen ergab sich eine Absatzverbesserung von durchschnittlich 26 %. Ein dem Branchendurchschnitt weitgehend entsprechendes Ergebnis registrierten die Geschäfte mit vorwiegend Baubeschlagen, Kleineisenwaren und Werkzeugen (+12 %), mit 40 % und mehr Haushalt-Großgeräteabsatz (+10 %) und mit gemischtem Sortiment (+10 %). Die Geschäfte mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten haben das Durchschnittsergebnis nicht ganz erreicht. Bei ihnen betrug die Erhöhung gegenüber November 1968 nur 7 %.
Gegenüber dem Vormonat Oktober hat sich der Absatz des Einzelhandels im November nur geringfügig verändert. Im Einzelhandelsdurchschnitt ergab sich eine leichte Zuwachsquote von 2 %. Dem Bedarfscharakter der Waren entsprechend ist die Saisonentwicklung zwischen den Branchen stark unterschiedlich gewesen. Während der Spielwareneinzelhandel eine Absatzsteigerung von 117 % erzielte, ist im Lebensmitteleinzelhandel ein Absatzrückgang von 8 % eingetreten. Deutliche Umsatzzunahmen wiesen auch der Sportartikeleinzelhandel (+95 %), der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+43 %) und der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (-(-38 %) auf. Vom Schuheinzelhandel wurden im November 26 % und vom Radiound Fernseheinzelhandel 22 % mehr umgesetzt als im Oktober. Unbedeutende Absatzerhöhungen wiesen der Textileinzelhandel (+6 %) und der Eisenwaren- und Hausrathandel (+4 %) auf. Außer im Lebensmitteleinzelhandel sind auch im Tabakwareneinzelhandel (-6 %), im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (-4 %), im Tapeten- und Bodenbelaghandel (-4%), bei den Drogerien (-3 %), im Möbeleinzelhandel (-2 %) und im Sortimentsbuchhandel (-1 %) Absatzrückgänge eingetreten.
