Der Einzelhandelsabsatz im Dezember 1969
von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund SundhoffDas Jahr 1969 hat dem Einzelhandel in umsatzmäßiger Hinsicht einen erfreulichen Abschluß gebracht. Nach einer relativ geringen Absatzsteigerung im November 1969 gegenüber November 1968 (+ 5 %) ist im Dezember das Verkaufsergebnis des entsprechenden Vorjahresmonats wieder deutlich übertroffen worden. Nach dem Bericht des Instituts für Handelsforschung setzten die am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte (außer Warenhäusern, Konsumgenossenschaften, Filialbetrieben und Versandhandel) wertmäßig 11 % mehr um als im Dezember 1968.
An der Absatzbelebung im Dezember 1969 haben alle Einzelhandelsbranchen teilgenommen, allerdings war der Umfang der Steigerungsraten unterschiedlich. An der Spitze kg der Sportartikeleinzelhandel, bei dem das Plus gegenüber Dezember 1968 26 % betrug. Es folgte der Schuheinzelhandel, der eine Zunahme von 21 % erreichte.
Deutlich über dem Einzelhandelsdurchschnitt lagen auch der Tapeten- und Bodenbelaghandel (+ 17%) und der Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 16 %). Vom Textileinzelhandel und vom Eisenwaren- und Hausrathandel wurden im Dezember 1969 wertmäßig jeweils 14% mehr umgesetzt als im Dezember 1968. Nur um 1 % geringer waren die Zuwachsquoten mit jeweils 13%, im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel und bei den Gemischtwarengeschäften. Eine dem Einzelhandelsdurchschnitt entsprechende Absatzzunahme von 11% wiesen der Möbeleinzelhandel, die Reformhäuser und der Spielwareneinzelhandel auf. Etwas hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind im Berichtsmonat der Sortimentsbuchhandel und der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (jeweils + 10%) sowie der Lebensrnitteleinzelhandel, die Drogerien und der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (jeweils + 9 %). Die geringsten Absatzsteigerungen ergaben sich im Dezember im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 7%) und im Tabakwareneinzelhandel (+ 6%).
Die beachtliche Absatzerhöhung im Dezember hat auch zu einer Verbesserung des Ergebnisses im gesamten Jahr 1969 geführt. Nachdem der Einzelhandel insgesamt bis Ende November das Verkaufsergebnis des entsprechenden Vorjahreszeitraums um 8 % übertroffen hat, ergibt sich einschließlich Dezember ein Plus von 9 %. Auch alle am Betriebsvergleich beteiligten Branchen wiesen 1969 gegenüber 1968 mehr oder weniger starke Steigerungsquoten auf. Relativ am besten hat der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel abgeschnitten, bei dem das Plus 22 % betrug. Beachtlich waren auch die Erhöhungen im Sportartikeleinzelhandel (+ 15 %), im Möbeleinzelhandel (+ 12%), im Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 12%), im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 12%) und im Textileinzelhandel (+ 11%). Der Eisenwaren- und Hausrathandel, der Sortimentsbuchhandel und die Gemischtwarengeschäfte haben dem Einzelhandelsdurchschnitt entsprechend 1969 wertmäßig jeweils 9 % mehr umgesetzt als 1968. Ähnlich waren auch die Verbesserungen mit jeweils 8 % im Tabakwareneinzelhandel, im Spiel wareneinzelhandel und im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel. Im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel betrug der Anstieg 7 % und im Lebensmitteleinzelhandel, im Schuheinzelhandel sowie im Tapeten- und Bodenbelaghandel jeweils 6 %. Die geringsten Verbesserungen wiesen von den am Betriebsvergleich beteiligten Fachzweigen die Reformhäuser (+ 4 %) und die Drogerien ( + 5 %) auf.
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Von den Fachzweigen des Textileinzelhandels lagen erneut die Geschäfte mit Herren- und Knabenoberbekleidung an der Spitze. Bei ihnen betrug die Absatzerhöhung im Dezember 1969 gegenüber Dezember 1968 18 %. Die Geschäfte mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen sowie mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung erreichten ein Plus von jeweils 15 %, Eine dem Branchendurchschnitt entsprechende Absatzerhöhung von 14% verzeichneten die Herrenausstatter und die Geschäfte mit gemischtem Sortiment. Etwas unter dem Durchschnitt lagen die Geschäfte mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren (+ 13%), die Geschäfte mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung ( + 12%) und die Geschäfte mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren (+ 11%). In stärkerem Umfang hinter dem Durchschnittsergebnis zurückgeblieben sind die Meterwarengeschäfte (+ 5 %), die Geschäfte mit Baby- und Kinderausstattung (+ 7 %) und die Miederwarengeschäfte (+ 8%).
Auch zwischen den Fachsparten des Eisenwaren- und Hausrathandels zeigten sich im Dezember 1969 deutliche Abweichungen in der Absatzentwicklung. Die stärksten Steigerungsraten erzielten mit jeweils 18 % die Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit 40 % und mehr Haushalt- Großgeräteabsatz und die Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit 30 % und mehr Walzmaterial-, Sanitärartikel-, Bau- und Brennstoffabsatz. Bei den Sortimentern betrug das Plus 16 %. Geringer waren die Absatzzunahmen
bei den Geschäften mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten (+ 12%) und den Geschäften mit vorwiegend Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen (+ 9%).
Im Vergleich mit dem Vormonat November erzielte der Einzelhandel den durch das Weihnachtsgeschäft bedingten Absatzanstieg. Der Einzelhandel insgesamt setzte im Dezember 43 % mehr um als im November. Besonders starke Zuwachsquoten wiesen der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 163%), der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel und der
Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (jeweils + 100%), der Sportartikeleinzelhandel ( + 96%) und der Spielwareneinzelhandel ( + 92 %) auf. Die Drogerien erreichten eine Absatzerhöhung von 78 %, der Radio- und Fernseheinzelhandel von 74 % und der Sortimentsbuchhandel von 73 %. Überdurchschnittliche Absatzzunahmen sind auch im Büromaschinen-, Bürornöbelund Organisationsmittelhandel (+ 54%), im Eisenwaren- und Hausrathandel (+ 51 %) und im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 49 %) eingetreten. Eine mittlere Position nahmen der Tabakwareneinzelhandel (+ 45%) und der Textileinzelhandel (+ 40 %) ein. Geringere Zuwachsquoten als der Durchschnitt wiesen der Möbeleinzelhandel (+ 34 %), die Reformhäuser (+ 32%), der Lebensmitteleinzelhandel (+ 28 %), der Tapeten- und Bodenbelaghandel (+ 19 %) und der Schuheinzelhandel ( + 14%) auf.
