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Der Einzelhandelsabsatz im Februar 1970

von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund Sundhoff
Der Einzelhandel hat auch im Februar 1970 das Verkaufsergebnis des entsprechenden Vorjahresmonats deutlich übertroffen. Die am Betriebsvergleich des Instiuts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte (außer Warenhäusern, Konsumgenossenschaften, Filialbetrieben und Versandhandel) setzten wertmäßig 8 % mehr um als im Februar 1969. Die Zuwachsquote war hiermit etwas geringer als im Vormonat Januar, in dem eine Absatzzunahme von 11 % erreicht wurde.
An der Absatzbelebung im Februar 1970 gegenüber Februar 1969 waren alle Einzelhandelsbranchen beteiligt. Der Umfang der Steigerungsraten wies allerdings erhebliche Unterschiede auf. An der Spitze lagen mit einem Plus von jeweils 18 % der Radio- und Fernseheinzelhandel und der Tapeten- und Bodenbelaghandel. Relativ gut haben auch der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 15 %), der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (+ 14 %) und der Sortimentsbuchhandel (+ 14 %) abgeschnitten. Der Spielwareneinzelhandel und der Büromaschinen-, Büromöbel- und Örganisationsmittelhandel setzten im Februar jeweils 12 % mehr um als im Vorjahr. Ähnlich war auch die Entwicklung im Eisenwaren- und Hausrathandel (+ 11%), im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 11 %), im Textileinzelhandel (+ 1 0 %), im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 10 %), bei den Gemischtwarengeschäften (+ 10 %) und im Möbeleinzelhandel (+ 9%). An letzter Stelle lag der Schuheinzelhandel. In dieser Branche betrug die wertmäßige Absatzerhöhung gegenüber Februar 1969 nur 3 %. Auch der Sportartikeleinzelhandel ist mit einer Steigerungsquote von 4 % erheblich hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben. Nur geringfügig unter dem Durchschnitt lagen der Lebensmitteleinzelhandel (+ 6 %) und der Tabakwareneinzelhandel, die Drogerien sowie die Reformhäuser (jeweils + 7 %).
Faßt man das Verkaufsergebnis der ersten beiden Monate des Jahres 1970 zusammen, so ist für den Einzelhandelsdurchschnitt
im Vergleich mit dem entsprechenden Zeitraum des Jahres 1969 ein wertmäßiges Plus von 10 % festzustellen. Der Radio- und Fernseheinzelhandel setzte in den ersten beiden Monaten des Jahres 1970 etwa 20 % mehr um als 1969 und lag damit an der Spitze der am Betriebsvergleich beteiligten Branchen. Es folgen der Spielwareneinzelhandel (+ 15 %), der Büromaschinen-, Büromöbel-und Örganisationsmittelhandel (+ 14 %) und der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 13 %). Im Textileinzelhandel und im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel war der wertmäßige Absatz, im Januar und Februar 1970 jeweils 12 % höher als im Vorjahr. Eine dem Einzelhandelsdurchschnitt entsprechende Absatzzunahme von 10% registrierten der Eisenwaren- und Hausrathandel, der Tapeten- und Bodenbelaghandel, der Sportartikeleinzelhandel und der Sortimentsbuchhandel. Etwas unter dem Durchschnitt lagen der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 9 %), die Drogerien (+ 9 %), der Lebensmitteleinzelhandel (+ 8 %), der Möbeleinzelhandel (+ 8 %), der Schuheinzelhandel (+ 7 %) und die Reformhäuser (+ 7 %). Die geringste Absatzverbesserung wies der Tabakwareneinzelhandel auf; von dieser Branche wurden im Januar und Februar 1970 nur 4 % mehr umgesetzt als in der gleichen Zeit des Jahres 1969.
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Von den Fachsparten des Textileinzelhandels erreichten die Herrenausstatter im Februar 1970 das beste Ergebnis. Bei ihnen war der Absatz 17 % höher als im Februar 1969. Eine beachtliche Steigerungsquote wurde auch von den Geschäften mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen (+ 15 %) ausgewiesen. Etwas über dem Branchendurchschnitt lagen weiterhin die Geschäfte mit Herren- und Knabenoberbekleidung (+ 12 %), die Geschäfte mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung (+ 11 %), die Geschäfte mit "Wäsche, Wirk- und Strickwaren (+ 11 %) und die Geschäfte mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren (+ 11 %). Eine mittlere Position nahmen die Geschäfte mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung (+ 10 %) ein. Nicht ganz so stark waren die Absatzverbesserungen bei den Miederwarengeschäften (+ 9 %), den Geschäften mit Baby- und Kinderausstattung (+ 9 %), den Meterwarengeschäften (+ 8 %) und den Textilsortimentern ( + 8 %).
Beträchtliche Unterschiede ergaben sich auch zwischen den Teilbranchen des Eisenwaren- und Hausrathandels. Hier erzielten die Geschäfte mit 30 % und mehr Walzmaterial-, Sanitätsartikel-, Bau- und Brennstoffabsatz das beste Ergebnis. Im Durchschnitt setzten sie im Februar 1970 wertmäßig 21 % mehr um als im Februar 1969. Von den Geschäften mit vorwiegend Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen wurde eine Zuwachsquote von 16 % erreicht. Die Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten haben dem. Branchendurchschnitt entsprechend (+ 11 %) abgeschnitten. Während die Sortimenter (+ 9 %) nur geringfügig hinter dem Durchschnittsergebnis zurückgeblieben sind, war die Abweichung bei den Finnen mit 40 % und mehr Haushaltgroßgeräteabsatz (+ 2 %) doch recht erheblich.
Im Vergleich mit dem Vormonat Januar ergab sich im Februar 1970 der saisonübliche Absatzrückgang. Der Durchschnitt der am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte setzte im Februar 10 % weniger um als im Januar. Besonders starke Rückgänge sind im Sportartikeleinzelhandel (— 43 %), im Schuheinzelhandel (— 30 %), im Textileinzelhandel (— 25 %) und im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (— 21 %) eingetreten. Im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel war das Verkaufsergebnis im Februar 15 % und im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel 12 % niedriger als im Vormonat Januar. Relativ geringe Einbußen wiesen die Drogerien (— 7 %), der Spielwareneinzelhandel (— 7 %), der Lebensmitteleinzelhandel (— 5 %), der Eisenwaren- und Hausrathandel (— 5 %), der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (— 4 %) und der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (— 2 %) auf. Entgegen der allgemeinen Entwicklungstendenz haben der Tapeten- und Bodenbelaghandel (+ 43 %) und der Möbeleinzelhandel ( + 15 %) im Februar 1970 mehr umgesetzt als im Vormonat Januar.
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