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Der Einzelhandelsabsatz im März 1970

von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund Sundhoff
Die Absatzbelebung im Einzelhandel hat sich im März 1970 weiter fortgesetzt. Nach dem Bericht des Instituts für Handelsforschung erzielten die am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte (außer Warenhäusern, Konsumgenossenschaften, Filialbetrieben und Versandhandel) gegenüber März 1969 eine wertmäßige Absatzzunahme von 12%. Die Steigenmgsquote war hiermit noch stärker als im Januar (+ 11 %) und Februar (+ 8%). Bei der Beurteilung des Ergebnisses im Monat März muß allerdings berücksichtigt werden, daß 1970 das Ostergeschäft ausschließlich in den März gefallen ist, während es im Vorjahr mit der letzten Woche im April lag. Es ist anzunehmen, daß die Entwicklungszahlen für den Monat April 1970 entsprechend negativ beeinflußt werden.
Zwischen den einzelnen Branchen sind im März zum Teil erhebliche Abweichungen in der Absatzentwicklung aufgetreten. Zwar wurde von allen Branchen eine Verbesserung erreicht, jedoch war der Umfang unterschiedlich. An der Spitze lag der Schuheinzelhandel, der im März 1970 wertmäßig 32 % mehr umsetzte als im März 1969. Nur um 1 % geringer war die Erhöhung mit 31 % im Spielwareneinzelhandel. Es folgten der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 22%), der Sportartikeleinzelhandel (+ 21 %) und der Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 19%). Vom Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel, vom Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel und vom Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel wurden im Berichtsmonat jeweils 17 % mehr umgesetzt als im entsprechenden Vorjahresmonat. Über dem Einzelhandelsdurchschnitt lagen auch der Textileinzelhandel (+ 16%), der Sortimentsbuchhandel (+ 15%), der Eisenwaren- und Hausrathandel (+ 14%) und der Möbeleinzelhandel (+ 13%). Eine dem Einzelhandelsdurchschnitt entsprechende Zuwachsquote von 1 2% wies der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel auf. Die Branchen mit Nahrungs- und Genußmitteln sind im März etwas hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben. Im Tabakwareneinzelhandel betrug das Plus 11 %, bei den Drogerien 9 %, im Lebensmitteleinzelhandel 8 % und bei den Reformhäusern 5 %.
Einschließlich März ergibt sich für den Einzelhandel insgesamt im bisher abgelaufenen Jahr 1970 gegenüber der gleichen Zeit des Jahres 1969 eine wertmäßige Absatzverbesserung von 11 %. Die stärkste Erhöhung verzeichnete mit 21 % der Spielwareneinzelhandel. Vergleichsweise guthaben in den ersten drei Monaten des Jahres 1970 auch der Radio- und Fernseheinzelhandel {+ 19%), der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 17%) und der Schuheinzelhandel (+ 17%) abgeschnitten. Vom Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel wurden bis Ende März 15 %, vom Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel 14 % und vom Textileinzelhandel sowie vom Sportartikeleinzelhandel jeweils 13 % mehr umgesetzt als 1969. Eine mittlere Position nahmen der Eisenwaren- und Hausrathandel (+ 12%), der Sortimentsbuchhandel (+ 12%), der Möbeleinzelhandel (+ 10%), der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 10%), der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 10%) und der Tapeten- und Bodenbelaghandel (+ 10%) ein. Das Durchschnittsergebnis des Einzelhandels nicht ganz erreicht haben im bisher abgelaufenen Jahr 1970 die Drogerien (+ 9 %), der Lebensmitteleinzelhandel (+ 8%), die Reformhäuser (+ 7%) und der Tabakwareneinzelhandel (+ 6%).
Ergänzend ist zu dem nebenstehenden Bericht noch auszuführen:
Die Fachsparten des Textileinzelhandels wiesen im März zum Teil erhebliche Unterschiede in der Absatzentwicklung auf. Entgegen der allgemeinen Entwicklungstendenz mußten die Meterwarengeschäfte im Vergleich mit dem März 1969 eine Absatzeinbuße von 6 % hinnehmen. Alle übrigen Teilbranchen haben mehr oder weniger starke Zunahmen erzielt. Über dem Branchendurchschnitt lagen die Geschäfte mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren (+ 20%), die Textilsortimenter (+ 19%), die Geschäfte mit Herren- und Knabenoberbekleidung (+ 18%) und die Herrenausstatter (+ 17%). Bemerkenswerterweise haben im Gegensatz zu den Herrenoberbekleidungsgeschäften die Geschäfte mit Damenoberbekleidung nur eine relativ geringe Absatzsteigerung erzielt. Bei ihnen betrug das wertmäßige Plus gegenüber März 1969 9 %. Unter dem Durchschnitt lagen auch die Geschäfte mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren (+ 11 %) und die Geschäfte mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen (+ 10 %). Eine mittlere Position nahmen die Geschäfte mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung (+ 14%), die Geschäfte mit Baby- und Kinderausstattung (+ 14 %) und die Miederwarengeschäfte (+ 15 %) ein.
Von den Teilbranchen des Eisenwaren- und Hausrathandels lagen die Geschäfte mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten an der Spitze; sie setzten im März 1970 wertmäßig 20 % mehr um als im entsprechenden Vorjahresmonat. Von den Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit gemischtem Sortiment sowie mit 30 % und mehr Walzmaterial-, Sanitärartikel-, Bau- und Brennstoffabsatz wurde eine Absatzsteigerung von 13 % und von den Geschäften mit vorwiegend Baubeschlägen, Kleineisenwaren
und Werkzeugen eine solche von 12 % ausgewiesen. Erheblich schlechter war die Entwicklung bei den Firmen mit 40 % und mehr Haushaltgroß-Geräteabsatz; bei ihnen betrug die Absatzverbesserung wertmäßig nur 5 %.
Gegenüber dem Vormonat Februar ergab sich im März der saisonbedingte Absatzanstieg. Vom Einzelhandelsdurchschnitt wurden im März 25 % mehr umgesetzt als im Februar. Die stärkste Zuwachsrate wies mit 87 % der Schuheinzelhandel auf. Es folgten der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 62 %), der Spielwareneinzelhandel (+ 48%), der Textileinzelhandel (+ 47%), der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 41 %) und der Tapeten- und Bodenbelaghandel (+ 40%). Im Möbeleinzelhandel betrug die Absatzerhöhung 30 %, im Sportartikeleinzelhandel 29 %, im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel 27 % und im Eisenwaren- und Hausrathandel 25 %. Vergleichsweise gering waren die Absatzzunahmen bei den Branchen mit Nahrurigs- und Genußmitteln. Im Tabakwareneinzelhandel und bei den Reformhäusern war das Verkaufsergebnis im März jeweils 11 %, im Lebensmitteleinzelhandel 13 % und bei den Drogerien 14% höher als im Vormonat Februar.
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