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Der Einzelhandelsabsatz im April 1970

von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund Sundhoff
Der Einzelhandel hat auch im April 1970 das Verkaufsergebnis des entsprechenden Vorjahresmonats übertroffen. Die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte (außer Warenhäusern, Konsumgenossenschaften, Filialbetrieben und Versandhandel) setzten wertmäßig 9 % mehr um als im April 1969. Die Zuwachsquote war hiermit etwas geringer als im Vormonat März (+12 %) , Hierbei muß in Betracht gezogen werden, daß im Jahre 1969 das Ostergeschäft zum Teil im April lag, während es in diesem Jahr ausschließlich dem März zugute gekommen ist.
Die Verschiebung von Ostern hat sich besonders stark im Spielwareneinzelhandel ausgewirkt. Während diese Branche im März ein Absatzplus von 31 % erzielte, mußte sie im April 1970 eine Einbuße von 11 % hinnehmen. Der Schuheinzelhandei, der im Vormonat März eine Steigerungsrate von 32 % aufwies, setzte im April nur das gleiche um wie im entsprechenden Vorjahresmonat. Alle übrigen Branchen haben im April mehr oder weniger starke Absatzerhöhungen erzielt. An der Spitze lag der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel, der eine Zunahme von 37 % auswies. Beachtliche Verbesserungen ergaben sich auch im Radio- und Fernseheinzelhandel (+25 %) und im Tapeten- und Bodenbelaghandel (+18 %). Vom Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel und vom Sortimentsbuchhandel wurden im April 1970 jeweils 16 % mehr umgesetzt als im Vorjahr. Beachtliche Zuwachsquoten registrierten auch der Möbeleinzelhandel (+15 %), der Eisenwaren- und Hausrathandel (+14 %), der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel
(+13 %), der Sportartikeleinzelhandel (+12 %) und der Tabakwareneinzelhandel sowie die Reformhäuser (jeweils + 11%). Der Textileinzelhandel und der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel sind mit einem Plus von je 8 % etwas hinter dem Einzelhandelsdurchschnitt zurückgeblieben. Noch etwas stärkere Abweichungen nach unten ergaben sich im Lebensmitteleinzelhandel (+7 %), im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+7 %), bei den Gemischtwarengeschäften (+6 %) und bei den Drogerien (+5 %).
Faßt man das Verkaufsergebnis der ersten vier Monate des Jahres 1970 zusammen, so ist für den Einzelhandelsdurchschnitt im Vergleich mit dem entsprechenden Zeitraum des Jahres 1969 eine Steigerung von wertmäßig 10% festzustellen. Im bisher abgelaufenen Jahr liegen der Radio- und Fernseheinzelhandel (+21 %) und der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+20 %) an der Spitze, Es folgt der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel, der bis Ende April 16 % mehr umsetzte als im Vorjahr. Im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel, im Tapeten- und Bodenbelaghandel, im Sportartikeleinzelhandel und im Sortimentsbuchhandel betrug die Absatzverbesserung jeweils 13%. Nur um 1 % geringer war die Steigerungsrate mit 1 2% im Textileinzelhandel, im Eisenwaren- und Hausrathandel und im Spielwareneinzelhandel. Der Schuheinzelhandei und der Möbeleinzelhandel erzielten in den ersten vier Monaten 1970 eine wertmäßige Absatzerhöhung von 11 %. Während die Gemischtwarengeschäfte eine dem Gesamtdurchschnitt  entsprechende Zunahme von 10% auswiesen, haben der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+9 %) und der Lebensmitteleinzelhandel, der Tabakwareneinzelhandel, die Drogerien sowie die Reformhäuser (jeweils + 8 %) das Durchschnittsergebnis nicht ganz erreicht.
Ergänzend ist zu diesem Bericht noch auszuführen:
Zwischen den Fachsparten des Textileinzelhandels zeigten sich auch im April zum Teil erhebliche Unterschiede in der Absatzentwicklung. Entgegen der allgemeinen Tendenz mußten die Geschäfte mit Baby- und Kinderausstattung eine Absatzeinbuße von 8 % hinnehmen. Alle übrigen Teilbranchen erzielten mehr oder weniger starke Absatzerhöhungen. An der Spitze lagen die Geschäfte mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen, die das Verkaufsergebnis des April 1969 um 22 % übertroffen haben. Beachtliche Verbesserungen wurden auch von den Meterwarengeschäften (+17%), den Geschäften mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren (+15 %) und den Miederwarengesdiäften (+ 12%) registriert. Eine mittlere Position nahmen die Geschäfte mit Herren- und Knabenoberbekleidung (+9 %) und die Textilsortimenter (+7 %) ein. Die geringsten Zunahmen ergaben sich mit jeweils 6 % bei den Geschäften mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung, den Geschäften mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung, den Geschäften mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren und den Herrenausstattern.
Von den Fachzweigen des Eisenwaren- und Hausrathandels lagen die Betriebe mit 30 % und mehr Walzmaterial-, Sanitärartikel-, Bau- und Brennstoffabsatz an der Spitze. Bei ihnen betrug das Plus 23 %. Die Geschäfte mit vorwiegend Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen haben im April 1970 20 % mehr umgesetzt als im April 1969. In der Mitte lagen die Geschäfte mit 40 % und mehr Haushalt-Großgeräteabsatz (+14%) und die Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit gemischtem Sortiment (+13 %). Deutlich hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind die Geschäfte mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten; bei ihnen war das wertmäßige Verkaufsergebnis im April nur 7 % höher bals im Vorjahr.
Im Vergleich mit dem Vormonat März hat sich der Absatz des Einzelhandelsdurchschnitts im April 1970 nicht verändert. In den einzelnen Branchen wies die Saisonkurve allerdings beachtliche Unterschiede auf. Starke Absatzrückgänge sind im Spielwareneinzelhandel (-28 %), im Sportartikeleinzelhandel (-12 %), im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (-12 %), im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (-11%), im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (-10 %) und im Radio- und Fernseheinzelhandel (-10 %) eingetreten. Relativ geringe Absatzverminderungen ergaben sich im Textileinzelhandel (-4 %), im Möbeleinzelhandel (-1 %) und bei den Reformhäusern (-1 %). Die Drogerien setzten im April das gleiche um wie im März. Bei den übrigen am Betriebsvergleich beteiligten Branchen wurden Absatzsteigerungen erzielt;
sie waren allerdings im allgemeinen nur gering. Im Lederund Galanteriewareneinzelhandel betrug die Zuwachsquote 8 % und im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsrnittclhandel sowie im Sortimentsbuchhandel jeweils 6 %. Vom Tabakwareneinzelhandel wurde eine Absatzzunahme von 3 %, vom Schuheinzelhandel sowie vom Tapeten- und Bodenbelaghandel von 2 % und vom Lebensmitteleinzelhandel von 1 % registriert.
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