Home | 1970 | 1970-06 | Der Einzelhandelsabsatz im Mai 1970

Der Einzelhandelsabsatz im Mai 1970

von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund Sundhoff
Nach den beachtlichen Absatzzunahmen in den ersten vier Monaten des Jahres 1970 ist die Steigerungsquote im Monat Mai nur relativ gering gewesen. Die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte (außer Warenhäusern, Konsumgenossenschaften, Filialbetrieben und Versandhandel) setzten wertmäßig nur 5 % mehr um als im Mai 1969. Hierbei muß allerdings berücksichtigt werden, daß in dem zum Vergleich herangezogenen Mai 1969 eine besonders gute Verkaufslage gegeben war. Vom Einzelhandelsdurchschnitt wurde im Mai 1969 das Verkaufsergebnis des Mai 1968 um 1 2% übertroffen.
Zwischen den Branchen des Einzelhandels sind im Mai 1970 erhebliche Unterschiede im Absatz verlauf aufgetreten. Besonders gut hat der Radio- und Fernseheinzelhandel abgeschnitten. Hier betrug die wertmäßige Absatzsteigerung gegenüber Mai 1969 25 %. Es ist anzunehmen, daß sich in dieser Branche die Fußballweltmeisterschaft belebend auf die Geschäftslage ausgewirkt hat. Beachtliche Absatzerhöhungen ergaben sich auch im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 16%), Im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 13%) und im Spielwareneinzelhandel  + 13 %). Der Schuheinzelhandel und der Eisenwaren- und Hausrathandel setzten im Mai jeweils 9 % mehr um als im Vorjahr. Es folgten der Tapeten- und Bodenbelaghandel (+ 8 %), der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 7 %) und der Möbeleinzelhandel (+ 6%). Im Textileinzelhandel, im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel und im Sortimentsbuchhandel ergab sich ein dem Einzelhandelsdurchschnitt entsprechendes Plus von 5 %. Hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind im Mai die Drogerien (+ 3 %), die Reformhäuser (+ 3 %), der Lebensmitteleinzelhandel (+ 2%), der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 2%) und der Sportartikeleinzelhandel (+ 1%).
Infolge der relativ geringen Absatzsteigerung im Mai 1970 hat sich im Einzelhandel insgesamt auch die Zuwachsquote im bisher abgelaufenen Jahr etwas vermindert. Nachdem bis Ende April die Verbesserung gegenüber der gleichen Zeit des Jahres 1969 wertmäßig 10 % betrug, ergibt sich einschließlich Mai nur noch ein Plus von 9 %. An der Spitze liegt der Radio  und Fernseheinzelhandel, der in den ersten fünf Monaten des Jahres 1970 wertmäßig 21 % mehr umsetzte als 1969. Vom Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel wurde eine Erhöhung von 19% erreicht. Eine erhebliche Steigerungsquote ergab sich mit 15 % auch im Leder-und Galanteriewareneinzelhandel. Der Tapeten- und Bodenbelaghandel, der Spielwareneinzelhandel und der Sortimentsbuchhandel setzten bis Ende Mai jeweils 12 % mehr um als 1969. Ähnlich war auch die Entwicklung im Eisenwaren- und Hausrathandel, im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel und im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (jeweils + 11%). Vom Textileinzelhandel, vom Schuheinzelhandel, vom Möbel- und vom Sportartikeleinzelhandel wurden im bisher abgelaufenen Jahr jeweils 10 % mehr umgesetzt als im Vorjahr. Etwas geringer waren die Absatzverbesserungen im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 8 %), bei den Drogerien (+ 7%), bei den Reformhäusern (+ 7%) und im Lebensmitteleinzelhandel (+ 6%).
Ergänzend ist zu dem Bericht auf Seite 69 noch auszuführen:
Von den Fachzweigen des Textileinzelhandels erzielten die Geschäfte mit Herren- und Knabenoberbekleidung im Mai 1970 die stärkste Absatzerhöhung; sie betrug im Durchschnitt 10 %. Im Gegensatz hierzu mußten die Geschäfte mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren eine Absatzeinbuße von 1 % hinnehmen. Hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind im Mai auch die Meterwarengeschäfte (± 0 %) die Geschäfte mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung (+ 1 %), die Miederwarengeschäfte (+ 1 %), die Geschäfte mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen (+ 3%) und die Textilsortimenter (+ 4 %). Von den Geschäften mit Baby- und Kinderausstattung und den Geschäften mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung wurden dem Branchendurchschnitt entsprechend im Mai 5 % mehr urngesetzt als im Vorjahr. Ähnlich war auch die Entwicklung bei den Herrenausstattern (+ 6%) und den Geschäften mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren (+ 7%).
Gewisse Abweichungen ergaben sich auch bei den Teilbranchen des Eisenwaren- und Hausrathandels, Hier lagen die Geschäfte mit 40 % und mehr Haushalt-Großgeräteabsatz und die Betriebe mit 30 % und mehr Walzmaterial-, Sanitärartikel-, Bau- und Brennstoffabsatz (jeweils + 13 %) an der Spitze. Es folgten die Geschäfte mit vorwiegend Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen (+ 11 %) und die Geschäfte mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten (+ 8 %). Vergleichsweise schlecht haben die Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit gemischtem Sortiment abgeschnitten. Bei ihnen betrug die wertmäßige Absatzverbesserung nur 6 %.
Gegenüber dem Vormonat April ist das Verkaufsergebnis des Einzelhandels im Mai geringfügig, und zwar um 2 % angestiegen. Die Extremwerte wiesen mit einem Plus von 38 % der Sportartikeleinzelhandel und mit einem Minus von 22 % der Sortimentsbuchhandel auf. Absatzrückgänge registrierten im Mai gegenüber April auch der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (— 17 %), der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (— 13 %), der Tapeten- und Bodenbelaghandel (— 9 %), der Spielwareneinzelhandel (— 6 %), der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (— 5 %) und der Lebensmitteleinzelhandel (— 2 %). Neben dem Sportartikeleinzelhandel hat auch der Schuheinzelhandel (+ 27 %) eine beachtliche Absatzerhöhung ausgewiesen. Geringer waren die Absatzzunahmen
im Eisenwaren- und Hausrathandel (+ 11 %), im Textileinzelhandel (+ 9 %), im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel
(+ 8 %) und bei den Drogerien (+ 5 %).
'