Der Einzelhandelsabsatz im Juli 1970
von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund SundhoffDer Einzelhandel hat auch im Juli 1970 das Verkaufsergebnis des entsprechenden Vorjahrsmonats deutlich übertroffen. Die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte (außer Warenhäuser, Konsumgenossenschaften, Filialbetrieben und Versandhandel) setzten im Durchschnitt wertmäßig 11 % mehr um als im Juli 1969. Die Zuwachsquote war damit nicht so hoch wie im Vormonat Juni (+ 18 %), entsprach jedoch dem Durchschnittsergebnis im bisher abgelaufenen Jahr 1970.
Zwischen den einzelnen Branchen sind im Juli zum Teil erhebliche Abweichungen in der Absatzentwicklung aufgetreten. Zwar haben alle Branchen wertmäßige Verbesserungen erzielt, jedoch in unterschiedlich starkem Umfang. Während der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel eine Absatzerhöhung von 22 % registrierte, wiesen die Drogerien und der Sportartikeleinzelhandel nur Zunahmen von jeweils 4 % aus. Etwas hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind auch der Schuheinzelhandel (+ 8 %), der Textileinzelhandel (+ 8 %), die Reformhäuser (+ 9 %), di Gemischtwarengeschäfte (+ 9 %) und der Lebensmitteleinzelhandel (+ 10 %) DM Tapeten- und Bodenbelaghandel registrierte eine dem Einzelhandelsdurchschnitt entsprechende Zuwachsquote von 11 %. Alle übrigen vom Institut für Handelsforschung untersuchten Branchen lagen mehr oder weniger stark über dem Durchschnitt. Beachtliche Zunahmen verzeichneten neben dem Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel auch der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 21 %), der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 20 %) und der Sortimentsbuchhandel (+ 19 %), Vom Möbeleinzelhandel wurden im Juli 1970 dem Werte nach 17% mehr umgesetzt als im Juli 1969. Ähnlich war auch die Entwicklung im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (+ 16 %) und im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 15 %). Im Radio- und Fernseheinzelhandel sowie im Spielwareneinzelhandel betrug das Plus jeweils 13 % und im Eisenwaren- und Hausrathandel 12 %.
Faßt man das Verkaufsergebnis der ersten sieben Monate des Jahres 1970 zusammen, so ergibt sich für den Einzelhandel insgesamt im Vergleich mit dem entsprechenden Zeitraum des Jahres 1969 eine Absatzsteigerung von 11 %. Die stärksten Erhöhungen erreichten im bisher abgelaufenen Jahr der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 22 %) und der Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 21 %). Es folgte mit einer Zuwachsquote von 16 % der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel. Vom Schuheinzelhandel, vom Eisenwaren- und Hausrathandel, vom Spielwareneinzelhandel und vom Sortimentsbuchhandel wurden bis Ende Juli wertmäßig 13 % mehr umgesetzt als in der entsprechenden Zeit des Vorjahres. Um einen Punkt geringer war die Absatzerhöhung mit jeweils 12% im Textileinzelhandel, im Möbeleinzelhandel, im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel, im Tapeten- und Bodenbelaghandel, im Sportartikeleinzelhandel und im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel. Der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel erzielte eine dem Einzelhandelsdurchschnitt entsprechende Verbesserung von 11 %. Das Durchschnittsergebnis nicht ganz erreicht haben der Lebensrnitteleinzelhandel, die Drogerien und die Reformhäuser. In diesen Branchen war der wertmäßige Absatz in den ersten sieben Monaten 1970 jeweils 8 % höher als 1969.
Ergänzend ist zum vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Von den Fachsparten des Textileinzelhandels haben im Juli 1970 die Geschäfte mit Heimtextilien relativ am besten abgeschnitten. Die Geschäfte mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen setzten wertmäßig 24 % und die Geschäfte mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren 14% mehr um als im Juli 1969. Vergleichswelse gut war auch das Ergebnis bei den Textilgeschäften mit vorwiegend Herren- und Knabenoberbekleidung (+ 11 %) und mit vorwiegend Baby- und Kinderausstattung (+ 10 %). Bei den. Meterwarengeschäften, den Herrenausstattern und den Textilsortimentern betrug die Absatzerhöhung jeweils 7 %. Ähnliche Zuwachsquoten erzielten die Geschäfte mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren (+ 6 %),
mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung (+ 5 %) und mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung (+ 4 %). An letzter Stelle lagen im Juli die Miederwarengeschäfte. Bei ihnen war der wertmäßige Absatz nur gleich hoch wie im Juli 1969.
Relativ einheitlich ist Im Berichtsmonat die Absatzentwicklung bei den Teilbranchen des Eisenwaren- und Hausrathandels gewesen. Lediglich die Geschäfte mit 40 % und mehr Haushalt-Großgeräteabsatz sind mit einem Plus von 5 % stärker hinter dem Branchendurchschnitt zurückgeblieben. Von den Firmen mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten und mit gemischtem Sortiment wurde eine Steigerungsrate von wertmäßig 13 % registriert. Um jeweils einen Punkt niedriger war die Absatzzunahme bei den Betrieben mit vorwiegend Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen (+ 12 %) und bei den Firmen mit 30 % und mehr Walzmaterial-, Sanitärartikel-, Bau- und Brennstoffabsatz (+ 11 %).
Im Vergleich mit dem Vormonat Juni hat sich im Juli 1970 der saisonbedingte Absatzanstieg ergeben. Der Einzelhandelsdurchschnitt wies eine Zunahme von 8 % aus. Besonders stark war die Absatzerhöhung im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (+ 29 %), im Sortimentsbuchhandel (+ 26 %), im Spielwareneinzelhandel (+ 24 %), im Möbeleinzelhandel sowie im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (jeweils + 22 %) und im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 20 %). Eine mittlere Position nahmen der Lebensmitteleinzelhandel (+ 7 %), der Textileinzelhandel (+ 7 %), der Sportartikeleinzelhandel (+ 7 %) und die Drogerien (+ 6 %) ein. Nur unbedeutende Verbesserungen ergaben sich mit jeweils 1 % im Radio- und Fernseheinzelhandel und im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel, Im Gegensatz zur allgemeinen Entwicklungstendenz sind bei einigen Branchen im Juli 1970 gegenüber dem Vormonat Juni Absatzrückgänge eingetreten. Im Eisenwaren- und Hausrathandel betrug das Minus 4 %, im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel 5 % und im Schuheinzelhandel 6 %. Nur unbedeutend war die Absatzminderung bei den Reformhäusern (— 1 %).
