Der Enzelhandelsabsatz im August 1970
von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund SundhoffNach den beachtlichen Absatzzunahmen im Juni (+ 18%) und Juli (+ 11 %) hat der Einzelhandel im August das Verkaufsergebnis des entsprechenden Vorjahrsmonats nur in relativ geringem Umfang übertroffen. Die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte (außer Warenhäusern, Konsumgenossenschaften, Filialbetrieben und Versandhandel) setzten wertmäßig 5 % mehr um als im August 1969.
Die Dämpfung der Absatzexpansion war auch bei der Mehrzahl der Branchen festzustellen. Vom Lebensmitteleinzelhandel und vom Tabakwareneinzelhandel wurden Absatzerhöhungen von 4 % ausgewiesen. Steigerungen von 3 % ergaben sich im Textileinzelhandel und im Sortimentsbuchhandel. An letzter Stelle lag der Schuheinzelhandel, der im Gegensatz zu den übrigen Branchen eine leichte Absatzeinbuße von 1 % hinnehmen mußte. Eine mittlere Position nahmen im August die Drogerien (+ 6 %) und die Reformhäuser (+ 5%) ein. Ähnlich war auch die Entwicklung im Radio- und Fernseheinzelhandel im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel und im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel, die Zuwachsquoten von jeweils 7 % erreichten. Relativ gut haben die Branchen mit Wohnungs- und Hausratbedarf abgeschnitten. Im Möbeleinzelhandel, im Eisenwaren- und Hausrathandel und im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel betrug das wertmäßige Plus jeweils 10%. Der Tapeten- und Bodenbelaghandel erzielte sogar eine Steigerung um 19%. Deutlich über dem Durchschnittsergebnis des Einzelhandels lagen im August auch der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 15 %), der Papier-, Bürobedarf- und Schreib Wareneinzelhandel (+ 13 %), der Spielwareneinzelhandel (+ 10%) und der Sportartikeleinzelhandel (+ 9 %).
Die geringe Absatzerhöhung im August hat zu einer leichten Verminderung der Steigerungsquote im bisher abgelaufenen Jahr 1970 geführt. Nachdem der Einzelhandelsdurchschnitt bis Ende Juli das Verkaufsergebnis des entsprechenden Vor Jahrszeitraumes wertmäßig um 11 % übertroffen hat, ergibt sich einschließlich August ein Plus von 10%. An der Spitze liegt der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel, der bis Ende August 21 % mehr umsetzte als im Vorjahr Es folgen der Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 19 %) und der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 15%). Im Eisenwaren- und Hausrathandel sowie im Tapeten- und Bodenbelaghandel betrug die Absatzverbesserung in den ersten acht Monaten 1970 wertmäßig 13%. Der Möbeleinzelhandel, der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel, der Spielwareneinzelhandel und der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel erzielten Zuwachsquoten von jeweils 12%. Geringfügig über dem Einzelhandelsdurchschnitt liegen mit einem Anstieg von 11 % der Textileinzelhandel, der Schuheinzelhandel, der Sportartikeleinzelhandel, der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel und der Sortimentsbuchhandel. Die Branchen mit Nahrungs- und Genußmitteln sind im bisher abgelaufenen Jahr 1970 etwas hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben. Vom Tabakwareneinzelhandel, von den Drogerien und von den Reformhäusern wurden wertmäßige Absatzzunahmen von je 8 % ausgewiesen. Noch um einen Punkt geringer war das Plus mit 7 % im Lebensmitteleinzelhandel.
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Besonders stark waren im August die Unterschiede in der Absatzentwicklung zwischen den Fachzweigen des Textileinzelhandels. Während die Geschäfte mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen gegenüber August 1969 eine Absatzerhöhung von 1 8% erreichten, mußten die Geschäfte mit Baby- und Kinderausstattung eine Einbuße von 6 % hinnehmen. Relativ schlecht haben auch die Geschäfte mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung abgeschnitten. Bei ihnen ergab sich ein wertmäßiger Absatzrückgang von 3 %. Unter dem Branchendurchschnitt lagen außerdem die Geschäfte mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung (+ 1 %), die Meterwarengeschäfte (+ 2 %) und die Sortimentsgeschäfte (+ 2 %). Die Fachsparte Wäsche, Wirk- und Strickwaren erzielte eine dem Durchschnitt des Textiieinzelhandels entsprechende Steigerungsquote von 3 %. Etwas besser war das Ergebnis bei den Herrenausstattern
(+ 5 %) und den Geschäften mit Herren- und Knabenoberbekleidung (+ 6%). Die stärksten Erhöhungen registrierten nach den Geschäften mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen die Geschäfte mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren (+ 12 %) und die Miederwarengeschäfte (+ 9 %).
Erhebliche Abweichungen sind auch zwischen den Fachsparten des Eisenwaren- und Hausrathandels aufgetreten. Die Extremwerte wiesen mit einem Minus von 1 % die Geschäfte mit 40 % und mehr Haushalt- Großgeräteabsatz und mit einer Steigerung von jeweils 12 % die Betriebe mit 30 % und mehr Walzmaterial-, Sanitärartikel-, Bau- und Brennstoffabsatz sowie mit gemischtem Sortiment aus. Eine dem Branchendurchschnitt entsprechende Verbesserung von 10 % ergab sich bei den Geschäften mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten. Dagegen sind die Firmen mit vorwiegend Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen (+ 6%) etwas hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben.
Gegenüber dem Vormonat Juli ist der Einzelhandelsabsatz im August saisonbedingt zurückgegangen. Im Einzelhandelsdurchschnitt betrug die Minderung 12%. Besonders starke Einbußen ergaben sich im Sportartikeleinzelhandel (— 27 %), im Schuheinzelhandel (— 25 %), im Textileinzelhandel (— 24 %) und im Möbeleinzelhandel (— 20 %). Im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel ist der Absatz um 17%, im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel um 15 % und im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel um 14 % zurückgegangen. Ähnlich war auch die Entwicklung im Tabakwareneinzelhandel (— 13%) und bei den Reformhäusern
(— 11 %). Relativ gering waren dagegen die Einbußen bei den Drogerien (— 7 %), im Lebensmitteleinzelhandel (— 6 %), im Eisenwaren- und Hausrathandel (— 5 %), im Radio- und Fernseheinzelhandel (— 2 %) und im Tapeten- und Bodenbelaghandel sowie im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (jeweils —1 %). Entgegen der allgemeinen Tendenz haben der Spielwareneinzelhandel ( + 2%) und, infolge des Schulbuchgeschäftes, vor allem der Sortimentsbuchhandel (+ 20%) im August mehr umgesetzt als im Vormonat Juli.
