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Bericht über die Betriebsvergleichsergebnisse des Einzeöhandels im II. Tartial 1970

von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund Sundhoff
Die bereits im I. Tertial 1970 gegenüber dem entsprechenden Vorjahrstertial festgestellte Absatzbelebung im Einzelhandel hat sich im II, Tertial weiter fortgesetzt. Im Durchschnitt der am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte (außer Warenhäusern, Konsumgenossenschaften, Filialbetrieben und Versandhandel) ergab sich im Vergleich mit dem II. Tertial 1969 eine Absatzsteigerung von wertmäßig 10 %. Damit wurde die gleiche Zuwachsquote wie im I. Tertial 1970 erreicht. An der Geschäftsbelebung im Berichtstertial haben alle Einzelhandelsbranchen teilgenommen, allerdings in unterschiedlich starkern Umfang. Besonders gut war die Entwicklung im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 27 %) und im Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 21 %). Ein beachtliches Plus erzielte mit 17% auch der Musikalienhandel. Vom Tapeten- und Bodenbelaghandel, vom Leder- und Galanteriewareneinzelhandel und vom Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel wurden im Berichtstertial wertmäßig jeweils 14 % mehr umgesetzt als im entsprechenden Vorjahrstertial. Ähnlich war auch die Entwicklung im Eisenwaren- und Hausrathandel und im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel {jeweils + 1 3 %). Eine größere Zahl von Branchen, und zwar der Schuheinzelhandel, der Möbeleinzelhandel, der Spielwareneinzelhandel, der Sportartikeleinzelhandel und der Sortimentsbuchhandel wiesen im II. Tertial 1970 eine Absatzzunahme von 1 2% aus. Eine mittlere Position nahmen der Tabakwareneinzelhandel und der Textileinzelhandel (jeweils + 10 %) ein. Hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind im II. Tertial 1970 der Lebensmitteleinzelhandel, die Drogerien und
die Reformhäuser (jeweils + 7 %).
In Anlehnung an die Entwicklung des Gesamtabsatzes wurde im Berichtstertial auch eine beträchtliche Steigerung der Personalleistung erreicht. Auf die beschäftigte Person entfiel im Einzelhandelsdurchschnitt ein Absatz von 36 700 DM. Gegenüber dem II. Tertial 1969 (32 800 DM) wurde die Personalleistung um rund 12% verbessert. Die Zunahme war damit relativ noch etwas größer als die des Gesamtabsatzes. Wie für das I. Tertial ist somit auch für das II. Tertial festzustellen, daß trotz des größeren Verkaufsergebnisses die Zahl der beschäftigten Personen leicht rücklaufend war. Die für den Einzelhandelsdurchschnitt festgestellte Erhöhung der Personalleistung war auch bei allen am Betriebsvergleich beteiligten
Branchen zu erkennen, und zwar tendenziell in enger Anlehnung an die Entwicklung des Gesamtabsatzes. Mit 76 200 DM erzielte der Tabakwareneinzelhandel den höchsten Absatz je beschäftigte Person. Die letzte Stelle nahm mit 19 600 DM der Spielwareneinzelhandel ein.
Auch der Auslastungsgrad der eingesetzten Raumkapazität konnte im II. Tertial 1970 wesentlich verbessert werden. Der Einzelhandelsdurchschnitt wies einen Absatz je qm Geschäftsraum in Höhe von 1 250 DM auf. Damit wurde die Raumleistung gegenüber dem II. Tertial 1969 (1 120 DM) um mehr als 1 0% gesteigert. Die Gegenüberstellung der Branchenergebnisse zeigt, daß der Absatz je qrn Geschäftsraum im Berichtstertial zwischen 5 110 DM im Tabakwareneinzelhandel und 330 DM im Möbeleinzelhandel schwankte. Eine hohe Auslastung der Raumkapazität wiesen auch der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (1 730 DM), der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (1 510 DM), der Sortimentsbuchhandel (1 500 DM) und der Lebensmitteleinzelhandel (1 350 DM) auf.
Obwohl das II. Tertial 1970 dem Einzelhandel eine kräftige Geschäftsbelebung und einen besseren Auslastungsgrad der Betriebskapazität gebracht hat, mußte eine Verstärkung des Kostendrucks hingenommen werden. Im Einzelhandelsdurchschnitt sind die Gesamtkosten von 2 1 , 5% im II. Tertial 1969 auf 21,7% im Berichtstertial angestiegen. Die Gegenüberstellung der einzelnen Kostenarten zeigt, daß die Personalkosten (ohne Unternehmerlohn)
von 9,1 % auf 9, 2% zugenommen haben. Die Tatsache, daß die Vergrößerung der Personalkostenbelastung eingetreten
ist, obwohl der Absatz je beschäftigte Person beträchtlich angewachsen ist, weist auf weitere Gehaltsund Lohnerhöhungen hin. Auch die Gewerbesteuer hat sich im II. Tertial 1970 gegenüber dem II. Tertial 1969 um 0,1 % des Umsatzes (von 0,8 auf 0,9 %) vergrößert. Der Unternehmerlohn (4,0 %), die Miete (2,2 %), die Kosten für Werbung (1,0 %) und die Sonstigen Kosten (4,4 %) sind in Prozenten des Absatzes unverändert geblieben. Hier haben sich demnach die absoluten Kosten in Anlehnung an die Absatzsteigerung erhöht.
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