Der Einzelhandelsabsatz im September 1970
von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund SundhoffNachdem der Einzelhandel im August 1970 gegenüber August 1969 nur eine vergleichsweise geringe Absatzsteigerung von 5 % erzielte, hat der Monat September wieder eine kräftigere Geschäftsbelebung gebracht. Von den am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäften (außer Warenhäusern, Konsumgenossenschaften, Filialbetrieben und Versandhandel) wurde das wertmäßige Verkaufsergebnis des September 1969 um 10 % übertroffen.
Die Absatzbelebung im September 1970 ist auch in allen Einzelhandelsbranchen eingetreten. Der Umfang der Steigerungsraten war allerdings unterschiedlich. Wie in den Vormonaten sind die Branchen mit Nahrungs- und Genußmitteln etwas hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben. Im Lebensmitteleinzelhandel, im Tabakwareneinzelhandel und bei den Reformhäusern betrug die wertmäßige Absatzerhöhung gegenüber September 1969 jeweils 8 %. Noch etwas geringer war das Plus mit 6 % bei den Drogerien. Auch der Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 9 %) und der Sortimentsbuchhandel (+ 8 %) haben das Durchschnittsergebnis des Einzelhandels nicht ganz erreicht. Im Spielwareneinzelhandel ergab sich eine dem Einzelhandelsdurchschnitt entsprechende Erhöhung von 10 %. Alle übrigen Branchen erzielten stärkere Zuwachsquöten. Im Textileinzelhandel und im Tapeten- und Bodenbelaghandel war das wertmäßige Verkaufsergebnis jeweils 11 % höher als im September 1969. Eine ähnliche Entwicklung wiesen der Eisenwaren- und Hausrathandel, der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel und der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (jeweils + 12 %) aus. Vom Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel wurden im September 1970 wertmäßig 13 % mehr umgesetzt als im entsprechenden Vorjahrsmonat. Noch besser war die Entwicklung im Büromaschinen-, -möbel- und Organisationsmittelhandel (+ 15 %), im Leder - und Galanteriewareneinzelhandel (+ 15 %), im Möbeleinzelhandel (+ 15 %), im Schuheinzelhandel (+ 16 %) und im Sportartikeleinzelhandel ( + 17%).
Faßt man die ersten neun Monate des Jahres 1970 zusammen, so ergibt sich für den Einzelhandel insgesamt im Vergleich mit dem entsprechenden Zeitraum des Jahres 1969 eine wertmäßige Absatzzunahme von 10%. Die höchste Zuwachsquote erzielte mit 21 % der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel. Es folgten der Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 18 %) sowie der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 15 %). Der Tapeten- und Bodenbelaghandel hat in den ersten neun Monaten des Jahres 1970 wertmäßig 13 % mehr umgesetzt als in der gleichen Zeit des Jahres 1969, Nur um ein Prozent geringer war das Plus mit jeweils 1 2% im Schuheinzelhandel, im Möbeleinzelhandel, im Eisenwaren- und Hausrathandel, im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel, im Spielwareneinzelhandel, im Sportartikeleinzelhandel und im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel. Mit einem Plus von jeweils 11 % lagen auch der Textileinzelhandel, der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel und der Sortimentsbuchhandel noch geringfügig über dem Einzelhandelsdurchschnitt. Die geringsten Steigerungsraten weisen im bisher abgelaufenen Jahr 1970 die Branchen mit Nahrungs- und Genußmitteln auf. Im Lebensmitteleinzelhandel und bei den Drogerien war das wertmäßige Verkaufsergebnis nur 7 % höher als 1969. Vom Tabakwareneinzelhandel und von den Reformhäusern wurden bis Ende September jeweils 8 % mehr umgesetzt als in der gleichen Zeit des Jahres 1969.
Ergänzend ist zu diesem Bericht noch auszuführen:
Im Gegensatz zu den Vormonaten haben im September 1970 die Textilgeschäfte mit vorwiegend Baby- und Kinderausstattung relativ am besten abgeschnitten. Bei ihnen betrug die Absatzsteigerung gegenüber September 1969 wertmäßig 18 %. Es folgten mit deutlichem Abstand die Herrenausstatter, die das Vorjahresergebnis um 13 % übertreffen haben. Die Geschäfte mit vorwiegend Herren- und Knabenoberbekleidung, mit Meterwaren, mit Miederwaren und mit gemischtem Sortiment setzten im Berichtsmonat wertmäßig jeweils 12 % mehr um als im gleichen Vorjahrsmonat. Von den Geschäften mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren sowie mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren wurde eine dem Branchendurchschnitt entsprechende Zuwachsquote von 11 % registriert. Deutlich hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind im September 1970 die Geschäfte mit vorwiegend Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung (+ 7 %), die Geschäfte mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung (+ 7 %) und die Geschäfte mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen (+ 5 %).
Auch im Eisenwaren- und Hausrathandel ist im September 1970 die Absatzentwicklung nicht einheitlich gewesen. Während die Geschäfte mit vorwiegend Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen ein Plus von 14% erzielten, betrug die Zunahme bei den Geschäften mit 40 % und mehr Haushalt-Großgeräteabsatz nur 6 %. Die Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten haben den wertmäßigen Absatz des September 1969 um 13 % übertroffen. Ähnlich war auch die Entwicklung bei den Firmen mit gemischtem Sortiment (+ 12%). Geringfügig unter dem
Durchschnitt lagen die Betriebe mit 30 % und mehr Walzmaterial-, Sanitärartikel-, Bau- und Brcnnstoffabsatz. Bei ihnen betrug die wertmäßige Steigerungsrate 9 %.
Im Vergleich mit dem Vormonat August wiesen die am Betriebs vergleich beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte im September 1970 eine wertmäßige Absatzerhöhung von 5 % aus. In den einzelnen Branchen ist allerdings die Entwicklung unterschiedlich gewesen. Mit einem Plus von 30 % lag der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel an der Spitze. Beachtliche Absatzerhöhungen wurden auch vom Möbeleinzelhandel (+ 24 %), vom Schuheinzelhandel (+ 19%), vom Textileinzelhandel (+ 18 %) und vom Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel(+ 17%) erzielt. Der Tabakwareneinzelhandel und der Radio- und Fernseheinzelhandel setzten im September 1970 jeweils 13 % mehr um als im Vormonat August. Ähnlich war auch die Entwicklung im Sortimentsbuchhandel (+ 12 %) und im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandcl (+ 10 %). Im Eisenwaren- und Hausrathandel betrug die Zuwachsquote 6 % und bei den Reformhäusern 7%. Bei einer Reihe von Branchen ist im Gegensatz zum Gesamtdurchschnitt der Absatz im September gegenüber dem Vormonat August zurückgegangen. Besonders stark waren die Einbußen im Sportartikeleinzelhandel (— 20 %) und bei den Drogerien (— 10 %). Der Spielwareneinzelhandel setzte im September 7 % und der Lebensmitteleinzelhandel 5 % weniger um als im August. Vergleichsweise gering waren die Absatzminderungen im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (— 3 %) und im Tapeten- und Bodenbelaghandel (— 1 %).
