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Der Einzelhandelsabsat im Oktober 1970

von Prof.Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edumund Sundhoff
Der Einzelhandel hat auch im Oktober 1970 das Verkaufsergebnis des entsprechenden Vorjahrsmonats deutlich übertroffen. Die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte (außer Warenhäusern, Konsumgenossenschaften, Filialbetrieben und Versandhandel) setzten wertmäßig 11 % mehr um als im Oktober 1969. Damit war die Zuwachsrate noch um einen Punkt höher als im Vormonat September ( + 10%).
An der Geschäftsbelebung im Oktober 1970 gegenüber Oktober 1969 haben alle Einzelhandelsbranchen teilgenommen, allerdings in unterschiedlich starkem Umfang. An der Spitze  lag der Schuheinzelhandel, bei dem die wertmäßige Steigerungsrate im Durchschnitt 27% betrug. Beachtlich waren auch die Erhöhungen im Sportartikeleinzelhandel (+20 %) und im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 16%). Vom Möbeleinzelhandel, vom Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel und vom Tapeten- und Bodenbelaghandel wurden im Oktober 1970 jeweils 14% mehr umgesetzt als im entsprechenden Vorjahrsmonat. Ähnlich war auch die Entwicklung im Textileinzelhandel, im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel und im Sortimentsbuchhandel (jeweils 4- 13%). Geringfügig über dem Einzelhandelsdurchschnitt lagen weiterhin der Eisenwaren- und Hausrathandel, der Spielwareneinzelhandel und der Büromaschinen-, Büromöbel-und Organisationsmittelhandel (jeweils 4- 12%). Alle übrigen am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsbranchen sind in mehr oder weniger starkem Umfang hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben. Die geringste Zuwachsquote wurde mit wertmäßig 6% von den Drogerien ausgewiesen. Auch im Tabakwareneinzelhandel und im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel war das Plus mit 7 % vergleichsweise gering. Vom Lebensmitteleinzelhandel wurden im Oktober 1970 wertmäßig 9% mehr umgesetzt als im Oktober 1969. Etwas stärker war die Steigerungsrate mit jeweils 10% im Radio- und Fernseheinzelhandel, bei den Reformhäusern und den Gemischtwarengeschäften.
Einschließlich Oktober weist der Einzelhandelsdurchschnitt im bisher abgelaufenen Jahr 1970 gegenüber der gleichen Zeit des Jahres 1969 eine wertmäßige Absatzverbesserung von 10% auf. Relativ am besten hat in den ersten zehn Monaten des Jahres 1970 der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel abgeschnitten. Der wertmäßige Absatz dieser Branche lag 20% höher als in den ersten zehn Monaten des Jahres 1969. Beachtlich war auch die Zuwachsquote im Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 17%). Vom Schuheinzelhandel und vom Leder- und Galanteriewareneinzelhandel wurde bis Ende Oktober das Ergebnis des entsprechenden Vorjahrszeitraums um 14% übertroffen. Im Möbeleinzelhandel, im Tapeten- und Bodenbelaghandel und im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel betrug die Steigerungsquote jeweils 13%. Geringfügig über dem Einzelhandelsdurchschnitt lagen außerdem der Eisenwaren- und Hausrathandel (+12 %), der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (+12 %), der Spielwareneinzelhandel 
(+12 %), der Sportartikeleinzelhandel (+12 %), der Textileinzelhandel (+11 %), der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+11%) und der Sortimentsbuchhandel
(+11 %). Relativ gering waren die Zuwachsquoten bei den Branchen mit Nahrungs- und Genußmitteln. Die am Betriebsvergleich beteiligten Lebensmittelgeschäfte und Drogerien setzten in den ersten zehn Monaten des Jahres 1970 wertmäßig nur 7 % mehr um als 1969. Nur etwas höher war das Plus mit jeweils 8 % im Tabakwareneinzelhandel und
bei den Reformhäusern.
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Zwischen den Fachzweigen des Textileinzelhandels sind im Oktober 1970 erhebliche Abweichungen im Absatzverlauf aufgetreten. Während die Textilgeschäfte mit vorwiegend Herren- und Knabenoberbekleidung wertmäßig 21 % mehr umsetzten als im Oktober 1969, wiesen die Miederwarengeschäfte nur das gleiche Verkaufsergebnis auf. Relativ schlecht haben auch die Geschäfte mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen abgeschnitten. Bei ihnen betrug das Plus nur 7%. Die Geschäfte mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren sowie mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren registrierten eine Erhöhung von jeweils 11 %. Ähnlich war auch die Entwicklung bei den Textilgeschäften mit vorwiegend Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung und den Geschäften mit gemischtem Sortiment (jeweils + 12%). Die Meterwarengeschäfte haben, dem Branchendurchschnitt entsprechend, im Oktober 1970
13 % mehr umgesetzt als im Oktober 1969. Neben den Geschäften mit Herren- und Knabenoberbekleidung (+21 %) lagen auch die Geschäfte mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung (+15 %), die Geschäfte mit Baby- und Kinderausstattung (+15 %) und die Herrenausstatter (+16 %) über dem Branchendurchschnitt.
Von den Teilbranchen des Eisenwaren- und Hausrathandels haben die Geschäfte mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten das beste Ergebnis registriert. Bei ihnen betrug die wertmäßige Absatzsteigerung gegenüber Oktober 1969 16%. Dagegen erreichten die Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit gemischtem Sortiment nur eine Zuwachsrate von 8 %. Eine mittlere Position nahmen die Firmen mit 40% und mehr Haushalt-Großgeräteabsatz (+12 %), die Firmen mit vorwiegend Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen
(+12 %) und die Firmen mit 30% und mehr Walzmaterial-, Sanitärartikel-, Bau- und Brennstoffabsatz (+13 %) ein.
Gegenüber dem Vormonat September ergab sich im Oktober der saisonbedingte Absatzanstieg. Im Einzelhandelsdurchschnitt betrug die Absatzerhöhung 15%. Die stärkste Zunahme wies mit 6 0% der Schuheinzelhandel auf. Es folgten der Textileinzelhandel (+31 %) und die Reformhäuser (+22 %). Die am Betriebsvergleich beteiligten Geschäfte mit Spielwaren und mit Sportartikeln setzten im Oktober jeweils 18 % mehr um als im September. Ähnlich war auch die Entwicklung im Möbeleinzelhandel (+17 %), im Büromaschinen-, Büromöbel-
und Organisationsmittelhandel (+17 %) und im Radio- und Fernseheinzelhandel (+16 %). Im Lebensmitteleinzelhandel war das Verkaufsergebnis im Oktober durchschnittlich 10 % hoher als im September. Im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel sowie im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel betrug das Plus jeweils 8 % und im Eisenwaren- und Hausrathandel sowie bei den Drogerien jeweils 6 %. Nur unbedeutend waren die Steigerungen im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+2 %), im Sortimentsbuchhandel (+4 %) und im Tapeten- und Bodenbelaghandel sowie im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (jeweils + 5%).
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