Der Einzelhandelsabsatz im November 1970
von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund SundhoffDie Absatzbelebung im Einzelhandel gegenüber dem Vorjahr hat sich auch im November 1970 weiter fortgesetzt. Von den am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäftcn (außer Warenhäusern, Konsumgenossenschaften, Filialbetrieben und Versandhandel) wurde das wertmäßige Verkaufsergebnis des November 1969 um 8% übertroffen. Die Zuwachsquote war etwas geringer als in den Vormonaten Oktober (+ 11 %) und September (+ 10 %).
Zwischen den einzelnen Branchen sind im November erhebliche Unterschiede im Absatzverlauf aufgetreten. Der Schuheinzelhandel, der im Oktober mit einem Plus von 27'% an der Spitze gelegen hatte, mußte im November als einzige Branche eine wertmäßige Absatzeinbuße, und zwar von 1 %, hinnehmen. Alle übrigen Branchen haben das wertmäßige Verkaufsergebnis des November 1969 in mehr oder weniger starkem Umfang übertreffen. An der Spitze lag der Sortimentsbuchhandel, bei dem die Steigerungsrate 19% betrug. Beachtlich waren auch die Absatzerhöhungen im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 18 %), im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 16 %), im Möbeleinzelhandel (+ 15 %), im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (+ 15 %) und bei den Reformhäusern (+ 14 %). Der Spielwareneinzelhandel und der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel haben irn November 1970 wertmäßig jeweils 1 3% mehr umgesetzt als im November 1969. Ähnlich war auch die Entwicklung im Eisenwaren- und Hausrathandel, im Radio- und Fernseheinzelhandel und im Tapeten- und Bodenbelaghandel, die Zuwachsquoten von jeweils 11 % auswiesen. Bei den Drogerien, im Sportartikeleinzelhandel und bei den Gemischtwarengeschäften entsprach das Plus mit 8% dem Einzelhandelsdurchschnirt. Etwas hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind der Lebensmitteleinzelhandel (+ 7 %), der Textileinzelhandel (+ 7 %) und der Leder- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 5 %).
Faßt man das Verkaufsergebnis der ersten elf Monate des Jahres 1970 zusammen, so ist für den Einzelhandelsdurchschnitt im Vergleich mit dem entsprechenden Zeitraum des Jahres 1969 eine wertmäßige Verbesserung von 10% festzustellen. Auch alle Branchen haben bis Ende November den Absatz des Vorjahres übertroffen. Die stärkste Zuwachsquote registrierte mit 19% der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel. Vergleichsweise gut hat auch der Radio- und Fernseheinzelhandel abgeschnitten, der bis Ende November wertmäßig 16% mehr umsetzte als im Vorjahr. Im Möbeleinzelhandel, im Tapeten- und Bodenbelaghandel, im Leder- und Galanteriewareneinzelhandel und im Papier-, Bürobedarf und Schreibwareneinzelhandel betrug die Verbesserung jeweils 13%. Ähnlich war auch die Entwicklung im Schuheinzelhandel, im Eisenwaren- und Hausrathandel, im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel, im Spielwareneinzelhandel, im Sportartikeleinzelhandel und im Sortimentsbuchhandel. Diese Branchen haben in den Monaten Januar bis November 1970 das Verkaufsergebnis des entsprechenden Vorjahrszeitraums wertmäßig um 12% übertroffen. Im Textileinzelhandel und im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel betrug das Plus jeweils 11%. Die Gemischtwarengeschäfte haben, dem Einzelhandelsdurchschnitt entsprechend, bis Ende November 10% mehr umgesetzt als im Vorjahr. Hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind im bisher abgelaufenen Jahr 1970 der Lebensmitteleinzelhandel (+ 7 %), die Drogerien (+ 7 %), der Tabakwareneinzelhandel (+ 8 %) und die Reformhäuser (+ 8 %).
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Von den Fachzweigen des Textileinzelhandels haben im November die Meterwarengeschäfte und die Geschäfte mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen das beste Ergebnis erzielt. Beide Fachzweige setzten wertmäßig 18 %
mehr um als im November 1969. Über dem Branchendurchschnitt lagen auch die Geschäfte mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren (+ 11 %), die Geschäfte mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung ( + 10 %), die Herrenausstatter (+ 10%) und die Miederwarengeschäfte (+ 9 %). Relativ am schlechtesten haben die Geschäfte mit Herren- und Knabenoberbekleidung abgeschnitten. Sie setzten im November 1970 wertmäßig nur 3 % mehr um als im November 1969. Bei den Geschäften mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung und bei den Geschäften mit Baby- und Kinderausstattung betrug die Steigerungsrate jeweils 5 %. Nur um 1 % höher war das Plus mit 6 % bei den Textilgeschäften mit gemischtem Sortiment.
Auch zwischen den Teilbranchen des Eisenwaren- und Hausrathandels sind im November 1970 beträchtliche Abweichungen in der Absatzentwicklung aufgetreten. Während die Geschäfte mit vorwiegend Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen das wertmäßige Verkaufsergebnis des November 1969 um 14% übertroffen haben, mußten die Geschäfte mit 40 % und mehr Haushalt- Großgeräteabsatz eine Einbuße von 1 % hinnehmen. Eine mittlere Position nahmen die Geschäfte mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten (+ 12 %) und die Firmen mit 30 % und mehr Walzmaterial-, Sanitärartikel-, Bau- und Brennstoffabsatz sowie mit gemischtem Sortiment (+ 11 %) ein.
Im Vergleich mit dem Vormonat Oktober ist im November das Verkaufsergebnis des Einzelhandelsdurchschnitts unverändert geblieben. Dem Bedarfscharakter der Waren entsprechend war allerdings die Entwicklung in den Branchen stark abweichend. Vom Spielwareneinzelhandel wurden im November 119 % mehr umgesetzt als im Oktober. Beachtliche Absatzzunahmen ergaben sich auch im Sportartikeleinzelhandel (+ 76 %), im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 43 %), im Leder- und Gelanteriewareneinzelhandel (+ 37%), im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (+ 33 %) und im Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 22%). Nur
unbedeutend waren die Absatzsteigerungen im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 6 %), im Sortimentsbuchhandel (+ 4 %), im Eisenwaren- und Hausrathandel (+ 3 %), bei den Reformhäusern (+ 3 %), im Textileinzelhamde! (+ 1 %) und im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 1 %). Bei einer Reihe von Branchen sind im November gegenüber Oktober Absatzrückgänge eingetreten. Im Lebensmitteleinzelhandel war das Verkaufsergebnis 9 % niedriger als im Oktober. Im Tapeten- und Bodenbelaghandel betrug das Minus 7 % und im Tabakwareneinzelhandel 6 %. Vergleichsweise geringe Einbußen verzeichneten der Schuheinzelhandel, der Möbeleinzelhandel und die Drogerien. Von diesen drei Branchen wurde im November 1970 jeweils 2 % weniger umgesetzt als im Vormonat Oktober.
