Der Einzelhandelsabsatz im Dezember 1970
von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof. Dr. Edmund SundhoffDer Einzelhandel hat auch im letzten Monat des Jahres 1970 das Verkaufsergebnis des entsprechenden Vorjahrsmonats deutlich übertroffen. Die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforsdiung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte (außer Warenhäusern, Konsumgenossenschaften, Filialbetrieben und Versandhandel) setzten wertmäßig 9 % mehr um als im Dezember 1969. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß auch bereits der Dezember 1969 ein beachtliches Plus gebracht hatte. Im Dezember 1969 war der wertmäßige Absatz 11 % höher als im Dezember 1968.
Abgesehen vom Sportartikeleinzelhandel, der im Dezember 1970 wertmäßig nur das gleiche Verkaufsergebnis aufwies wie im Dezember 1969, haben alle übrigen Branchen an der Absatzbelebung teilgenommen. Der Umfang der Zuwachsraten war allerdings unterschiedlich. Vergleichsweise gut hat der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel abgeschnitten, bei dem die wertmäßige Absatzzunahme 1 8 % betrug. Nur um 1 % geringer war die Erhöhung mit 17 % im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel. Deutlich über dem Durchschnitt lagen auch der Möbeleinzelhandel (+ 15 %), der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (+ 14 %), die Reformhäuser (+ 14 %), der Spielwareneinzelhandel (+ 13 %) und der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 12 %). Vom Eisenwaren- und Hausrathandel und vom Radio- und Fernseheinzelhandel wurde im Dezember 1970 das wertmäßige Verkaufsergebnis des entsprechenden Vorjahrsmonats um jeweils 11 % übertreffen. Ähnlich war auch die Entwicklung im Sortimentsbuchhandel und im Tapeten- und Bodenbelaghandel (jeweils + 10 %). Der Schuheinzelhandel und die Gemischtwarengeschäfte wiesen ein dem Gesamtdurchschnitt
entsprechendes Plus von 9 % aus. Etwas hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind im Dezember 1970 der Textileinzelhandel (+ 8 %) und der Lebensmitteleinzelhandel, die Drogerien sowie der Lederwaren- und Galanteriewareneinzelhandel (jeweils + 7 %).
Nach Vorliegen der Dezember-Zahlen ist die Möglichkeit gegeben, die Absatzentwicklung im gesamten Jahr 1970 einer ersten Betrachtung zu unterziehen. Faßt man die 12 Monatsergebnisse zusammen, so setzten die am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte 1970 wertmäßig 1 0% mehr um als im Jahre 1969. Eine besonders starke Zuwachsquote wurde im zurückliegenden Jahr mit 1 9% vom Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel erreicht. Beachtlich waren auch die Verbesserungen im Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 15 %) und im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 14 %). Vom Möbeleinzelhandel, vom Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel, vom Tapeten- und Bodenbelaghandel und vom Spielwareneinzelhandel wurden 1970 jeweils 13 % mehr umgesetzt als 1969. Eine ähnliche Steigerungsrate wiesen mit 12% der Eisenwaren- und Hausrathandel, der Lederwaren- und Galanteriewareneinzelhandel, der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel und der Sortimentsbuchhandel auf. Um 1 % geringer war das Plus mit 11 % im Schuheinzelhandel. Der Textileinzelhandel und die Gemischtwarengeschäfte haben 1970 das gleiche Ergebnis ausgewiesen wie der Einzelhandel insgesamt (+ 10 %). Unter dem Durchschnitt lagen der Lebensmitteleinzelhandel (+ 7 %), die Drogerien (+ 7 %), die Reformhäuser (+ 9 %) und der Sportartikeleinzelhandel (+ 9 %).
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Von den Fachzweigen des Textileinzelhandels haben im Dezember 1970 die Meterwarengeschäfte am besten abgeschnitten. Bei ihnen betrug die wertmäßige Absatzzunahme gegenüber Dezember 1969 16%. Es folgten mit einem Plus von 13 % die Miederwarengeschäfte. Die Firmen mit vorwiegend Herren- und Knabenoberbekleidung sowie mit vorwiegend Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung haben das Verkaufsergebnis des Dezember 1969 um jeweils 11 % übertroffen. Von den Geschäften mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren, den Herrenausstattern und den Geschäften mit Baby- und Kinderausstattung wurden Zuwachsquoten von 10% registriert. Eine mittlere Position nahmen im Dezember die Geschäfte mit vorwiegend Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung (+ 9 %) und die Geschäfte mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen (+ 8 %) ein. Vergleichsweise schlecht haben die Geschäfte mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren (+ 4 %) und die Textilsortimenter (+ 6 %) abgeschnitten.
Erhebliche Abweichungen ergaben sich auch bei den Fachsparten des Eisenwaren- und Hausrathandels. Hier lagen die Geschäfte mit vorwiegend Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen (+ 24 %) an der Spitze. Dagegen mußten die Firmen mit 40 % und mehr Haushalt-Großgeräteabsatz eine Einbuße von 4 % hinnehmen. Auch die Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit gemischtem Sortiment (+ 7 %) haben das Durchschnittsergebnis nicht erreicht. Eine dem Branchendurchschnitt weitgehend entsprechende Entwicklung wurde von den Firmen mit Haus- und Küchengeräten (+ 14 %) und den Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit 30 % und mehr Walzmaterial-, Sanitärartikel-, Bau- und Brennstoffabsatz (+ 11 %) ausgewiesen.
Gegenüber dem. Vormonat November ergab sich im Dezember 1970 der durch das Weihnachtsgeschäft bedingte Absatzanstieg. Im Einzelhandelsdurchschnitt betrug die Absatzerhöhung 43 %. Über dem Durchschnitt lagen vor allem die Branchen mit Luxusbedarf und Geschenkartikeln. Der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel
setzte im Dezember 162 % und der Lederwaren- und Galanteriewareneinzelhandel 104% mehr um als im November. Im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel ergab sich eine Zunahme von 97 %, im Spielwareneinzelhandel von 93 %, im Sportartikeleinzelhandel von 82 %, bei den Drogerien von 76 %, im Radio- und Fernseheinzelhandel von 74 % und im Sortimentsbuchhandel von 60 %. Vergleichsweise gering war die Absatzzunahme im Tapeten- und Bodenbelaghandel (+ 18%), im Schuheinzelhandel (+ 25%), bei den Reformhäusern (+ 32%) und im Möbeleinzelhandel (+ 35 %). Vom Textileinzelhandel wurden im Dezember 41 % mehr umgesetzt als im November. Etwas stärker waren die Steigerungsraten im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 49%), im Eisenwaren- und Hausrathandel (+ 50 %) und im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel
(+ 53%).
