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Der Einzelhandelsabsatz im Januar 1971

von Prof. Dr. Edmund Sundhoff
Die Absatzbelebung im Einzelhandel hat sich auch im Januar 1971 fortgesetzt. Von den am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäften (außer Warenhäusern, Konsumgenossenschaften, Filialbetrieben und Versandhandel) wurde das wertmäßige Verkaufsergebnis des Januar 1970 um 8 % übertreffen. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß auch bereits in dem zum Vergleich herangezogenen Vorjahrsmonat eine beachtliche Zuwachsquote ausgewiesen wurde. Der Einzelhandel insgesamt setzte im Januar 1970 wertmäßig 1 1% mehr um als im Januar 1969.
An der Absatzbelebung im Januar 1971 gegenüber Januar 1970 haben alle Einzelhandelsbranchen teilgenommen. Allerdings war der Umfang der Steigerungsraten unterschiedlich. An der Spitze lag der Tapeten- und Bodenbelaghandel. In dieser Branche betrug die Absatzsteigerung gegenüber Januar 1970 wertmäßig 26 %. Ähnlich war auch die Entwicklung im Sehuheinzelhandel, wo eine Verbesserung von 24 % erreicht wurde. Der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel, der bereits im Jahre 1970 vergleichsweise gut abgeschnitten hatte, erreichte auch im Januar 1971 ein überdurchschnittliches Plus. Von den am Betriebsvergleich beteiligten Fachgeschäften dieser Branche wurde der Absatz des Januar 1970 wertmäßig um 20 % übertreffen. Deutlich über dem Einzelhandelsdurchschnitt lagen auch der Möbeleinzelhandel (+ 17 %) und Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (+ 16 %). Vom Eisenwaren- und Hausrathandel sowie vom Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel wurden im Januar 1971 jeweils 12 % mehr umgesetzt als im entsprechenden Vorjahrsmonat. Ähnlich war auch die Entwicklung bei den Reformhäusern (+ 11 %), im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 10 %) und im Textileinzelhandel sowie im Sortimentsbuchhandel (+ 9 %). Der Lederwaren- und Galanteriewareneinzelhandel und der Sportartikeleinzelhandel haben im Berichtsmonat eine dem Einzelhandelsdurchschnitt entsprechende wertmäßige Zuwachsquote von 8 % ausgewiesen. Alle übrigen Branchen sind in mehr oder weniger starkem Umfang hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben. Vergleichsweise gering war die Abweichung vom Durchschnitt im Tabakwareneinzelhandel und im Radio- und Fernseheinzelhandel. Beide Branchen erzielten im Januar 1971 gegenüber Januar 1970 ein wertmäßiges Absatzplus von 7 %. Ähnlich war auch die Entwicklung bei den Gemischtwarengeschäften, wo die Zunahme 6 % betrug. Eindeutig an letzter Stelle lagen der Lebensmitteleinzelhandel und die Drogerien. In beiden Fachzweigen betrug die wertmäßige Steigerung gegenüber dem Vorjahr nur 3 %. Vergleichsweise schlecht hat im Januar 1971 auch der Spielwareneinzelhandel abgeschnitten. Von den am Vergleich beteiligten Fachgeschäften dieser Branche wurde der Absatz des Januar 1970 wertmäßig um 5 % übertroffen.
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Zwischen den Fachzweigen des Textileinzelhandels sind auch im Januar 1971 erhebliehe Abweichungen aufgetreten. Die höchste Zuwachsquote wurde mit jeweils 14 % von den Geschäften mit vorwiegend Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung und den Herrenausstattern erzielt. Die Meterwarengeschäfte haben im Januar 1971 wertmäßig 13 % mehr umgesetzt als im Januar 1970. Ähnlich war auch die Entwicklung bei den Geschäften mit Herren- und Knabenoberbekleidung, den Geschäften mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren und den Geschäften mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen (jeweils + 12 %). Geringfügig über dem Branchendurchschnitt lagen mit einer Steigerungsrate von 10 % die Geschäfte mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung. Deutlich hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind die Textilgeschäfte mit vorwiegend Baby- und Kinderausstattung (+ 6 %), die Geschäfte mit Wäsche, Wirkund Strickwaren (+ 5  %) und die Miederwarengeschäfte (+ 5 %). Eine mittlere Position nahmen die Textilsortirnenter (+ 8 %) ein.
Von den Fachsparten des Eisenwaren- und Hausrathandels haben die Geschäfte mit vorwiegend Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen das beste Ergebnis erzielt. Bei ihnen war der Absatz im Januar 1971 wertmäßig 16 % höher als im Januar 1970. Es folgten die Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit gemischtem Sortiment (+ 13 %), die Geschäfte mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten (+ 12 %) und die Firmen mit 30 % und mehr Walzmaterial-, Sanitärartikel-, Bau- und Brennstoffabsatz (+ 11 %). Relativ schlecht war die Entwicklung bei den Geschäften mit 40 % und mehr Haushalt- Großgeräteabsatz. Mit einer wertmäßigen Zuwachsquote von 7 % sind sie deutlich, hinter dem Branchendurchschnitt (+ 12 %) zurückgeblieben.
Im Vergleich mit dem Vormonat Dezember ergab sich im Januar der saisonbedingte Absatzrückgang. Im Einzelhandelsdurchschnitt betrug die Absatzminderang 42 %. Die Entwicklung entsprach damit genau der des Vorjahres. Dem Bedarfscharakter der Waren entsprechend, wiesen die einzelnen Branchen unterschiedlieh starke Rückgänge auf. Im Spielwareneinzelhandel ergab sich eine Einbuße von 81 %. Ähnlich war auch die Entwicklung im
Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel, wo das Minus 78 % betrug. Es folgten der Lederwaren- und Galanteriewareneinzelhandel (— 70 %), der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (— 62 %), der Radio- und Fernseheinzelhandel (— 62 %), der Sortimentsbuchhandel (— 59 %) und der Sportartikeleinzelhandel (— 58 %). Vom Möbeleinzelhandel wurden im Januar 55 % und vom Eisenwaren- und Hausrathandel 53 % weniger umgesetzt als im Vormonat Dezember. Ein dem Einzelhandelsdurchschnitt weitgehend entsprechendes Ergebnis verzeichneten der Textileinzelhandel (— 45 %), der Schuheinzelhandel (— 46%), die Drogerien (— 47%) and der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (— 47%). Die geringsten Absatzminderungen wiesen die Reformhäuser (— 22 %) und der Lebensmitteleinzelhandel (— 23 %) aus. Unter dem Durchschnitt lagen weiterhin der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (— 28 %) und der Tabakwareneinzelhandel (— 33 %).
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