Der Einzelhandelsabsatz im Februar 1971
von Prof. Dr. Edmund SeyffertDer Einzelhandel hat im Februar 1971 das Verkaufsergebnis des entsprechenden Vorjahresmonats deutlich übertroffen. Die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte (außer Warenhäusern, Konsumgenossenschaften, Filialbetrieben und Versandhandel) setzten wertmäßig 11 % mehr um als im Februar 1970. Die Zuwachsquote war damit noch um drei Punkte größer als die des Vormonats Januar (+ 8 %).
Abgesehen vom Sportartikeleinzelhandel, der eine wertmäßige Absatzeinbuße von 2 % hinnehmen mußte, haben alle übrigen Einzelhandelsbranchen im Februar 1971 gegenüber "Februar 1970 mehr oder weniger starke Absatzverbesserungen erzielt. An der Spitze lag der Fahrradeinzelhandel, der im Durchschnitt wertmäßig 37 % mehr umsetzte als im Februar 1970, Beachtlich waren auch die Steigerungsraten im Spielwareneinzelhandel (+ 23 %) und im Tapeten- und Bodenbelaghandel (+ 22%). Im IMöbeleinzelhandel und bei den Reformhäusern betrug die Absatzsteigerung jeweils 18 %. Es folgten der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel ( + 16%), der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 15%), der Schuheinzelhandel (+ 15%), der Textileinzelhandel (+ 14%) und der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel ( + 14%). Im Eisenwaren- und Hausrathandel, im Beleuchtungs- und Elektroeinzelhandel und im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel lag der wertmäßige Absatz im Februar 1971 jeweils 13 % über dem entsprechenden Vorjahresmonat. Ähnlich war auch die Entwicklung im Radio- und Fernseheinzelhandel, im Lederwaren- und Galanteriewareneinzelhandel sowie bei den Gemischtwarengeschäften, wo die Zuwachsquoten jeweils 12 % betrugen. Der Tabakwareneinzelhandel hat ein dem Einzelhandelsdurchschnitt entsprechendes Plus von 11 % erzielt. Hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind Im Februar 1971 neben dem Sportartikeleinzelhandel (— 2%) der Lebensmitteleinzelhandel (+ 6%) und die Drogerien sowie der Sortimentsbuchhandel (jeweils + 8 %).
Faßt man die Monate Januar und Februar 1971 zusammen, so ergibt sich für den Einzelhandelsdurchschnitt im Vergleich mit dem entsprechenden Zeitraum des Jahres 1970 eine wertmäßige Absatzverbesserung von 10 %. Auch alle Branchen haben in den ersten beiden Monaten des Jahres 1971 mehr umgesetzt als 1970, allerdings war der Umfang der Steigerungsquoten unterschiedlich. Besonders starke Erhöhungen erzielten der Fahrradeinzelhandel ( + 27%), der Tapeten- und Bodenbelaghandel (+ 24%) und der Schuheinzelhandel (+ 21 %). Vom Büromaschinen- Büromöbel- und Organisationsmittelhandel und vom Möbeleinzelhandel wurden wertmäßige Verbesserungen von jeweils 18 % ausgewiesen. Über dem Einzelhandelsdurchschnitt lagen auch der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (+ 15%), der Spielwareneinzelhandel (+ 14%), die Reformhäuser (+ 14%), der Eisenwaren- und Hausrathandel (+ 13%), der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 13%), der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 13 %) und der Textileinzelhandel (+ 11 %). Die am Betriebsvergleich beteiligten Lederwaren- und Galanteriewarengeschäfte verzeichneten in den ersten beiden Monaten des Jahres 1971 ein dem Einzelhandelsdurchschnitt entsprechendes Plus von 10%. An letzter Stelle lag mit einer Zunahme von 4 % der Sportartikeleinzelhandel. Auch der Lebensmitteleinzelhandel (+ 5 %) und die Drogerien (+ 6 %) sind deutlich hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben, Dagegen waren die Abweichungen nach unten im Tabakwareneinzelhandel (+ 9 %), im Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 9 %), bei den Gemischtwarengeschäften
(+ 9 %) und im Sortimentsbuchhandel (+ 8 %) nur gering.
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Von den Fachzweigen des Textileinzelhandels erzielten die Geschäfte mit Miederwaren (+ 22 %) im Februar 1971 die stärkste Absatzerhöhung. Relativ gut haben auch die Geschäfte mit Meterwaren (+ 19 %) und die Geschäfte mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen (+ 19 %) abgeschnitten. Von den Geschäften mit Herren- und Knabenoberbekleidung wurden im Februar wertmäßig 1 6% mehr umgesetzt als im entsprechenden Vorjahresmonat. Ähnlich war auch die Entwicklung bei den Herrenausstattern (+ 15 %). Die Geschäfte mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung sowie mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren haben dem Branchendurchschnitt entsprechend im Februar 1971 jeweils 14% mehr umgesetzt als im Februar 1970. Etwas geringer waren die Zuwachsquoten bei den Textilsortimentem (+ 13 %), den Geschäften mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung (+ 12 %) und den Geschäften mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren (+ 11 %).
Auch zwischen den Fachzweigen des Eisenwaren- und Hausrathandels sind im Februar erhebliche Abweichungen im Umsatzverlauf aufgetreten. Während die Geschäfte mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten sowie mit vorwiegend Baubeschlägen., Kleineisenwaren und Werkzeugen nur Steigerungsraten von jeweils 12 % auswiesen, erzielten die Geschäfte mit 30% und mehr Walzmaterial-, Sanitärartikel-, Bau- und Brennstoffabsatz ein Plus von 22 %. über dem Durchschnitt lagen auch die Geschäfte mit 40 % und mehr Haushaltgroßgeräteabsatz (+ 18 %).
Gegenüber dem Vormonat Januar ergab sich im Februar der saisonbedingte Absatzrückgang. Er betrug im Einzelhandelsdurchschnitt 7 %. Besonders stark waren die Einbußen im Sportartikeleinzelhandel (— 48 %), im Schuheinzelhandel (— 35 %), im Textileinzelhandel (— 22 %) und im Lederwaren- und Galanteriewareneinzelhandel
(— 18%). Der Lebensmitteleinzelhandel setzte im Februar 2 % und die Drogerien 3 % weniger um als im Vormonat Januar. Bei einigen Branchen ergaben sich im Gegensatz zum Gesamtdurchschnitt Absatzzunahmen. Im Fahrradeinzelhandel betrug das Plus 68 %. Auch der Tapeten- und Bodenbelaghandel ( + 37%) und der Möbeleinzelhandel ( + 16%) haben im Februar erheblich mehr umgesetzt als im Januar. Relativ gering waren dagegen die Zuwachsquoten im Februar im Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 3 %) und bei den Reformhäusern
(+ 2 %).
