Der Einzelhandelsabsatz im März 1971
von Prof. Dr. Edmund SundhoffDer Einzelhandel hat auch im März 1971 im Vergleich mit dem entsprechenden Vorjahresmonat eine Absatzsteigerung erzielt, jedoch war die Zuwachsrate nicht so groß wie im Vormonat Februar. Nachdem im Februar 1971 vom Einzelhandelsdurchschnitt (außer Warenhäusern, Konsumgenossenschaften, Filialbetrieben und Versandhandel) wertmäßig 11 % mehr umgesetzt wurden als im Februar 1970, betrug das Plus im März nur 7 %. Das Ergebnis im März ist allerdings durch die Verschiebung des Ostertermins beeinflußt worden. Während 1970 (Ostern 29./30. März) das Ostergeschäft ausschließlich dem Monat März zugute gekommen ist, lag es im Jahre 1971 (Ostern 11,/12. April) zu einem großen Teil im April. Es ist anzunehmen, daß die Zuwachsquote im April 1971 wieder erheblich höher ausfallen wird.
Die Verlagerung des Ostergeschäftes hat sich vor allem im Spielwareneinzelhandel ausgewirkt; die Branche mußte im März 1971 gegenüber März 1970 eine Absatzeinbuße von wertmäßig 10 % hinnehmen. Absatzrückgänge, und zwar von jeweils 3 %, ergaben sich außerdem im Schuheinzelhandel und Lederwaren- und Galanteriewareneinzelhandel. Alle übrigen am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsbranchen haben im März das Verkaufsergebnis des entsprechenden Vorjahresmonats in mehr oder weniger starkem Umfang übertroffen. An der Spitze lagen mit einem Plus von 24 % die Reformhäuser. Es folgten der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 23 %), der Tapeten- und Bodenbelaghandel (+ 22 %) und der Sportartikeleinzelhandel (+ 21 %). Beachtlich waren auch die Zuwachsquoten im Möbeleinzelhandel (+ 19 %), im Fahrradeinzelhandel (+ 19 %), im Eisenwaren- und Hausrathandel (+ 15 %), im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 15 %), im Sortimentsbuchhandel (+ 15 %) und im Beleuchtungs- und Elektroeinzelhandel (+ 14 %), Vom Radio- und Fernseheinzelhandel wurden im März 9 % und vom Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel sowie von den Drogerien jeweils 8 % mehr umgesetzt als im entsprechenden Monat des Jahres 1970. Eine mittlere Position nahmen der Lebensmitteleinzelhandel (+ 6 %), der Tabakwareneinzelhandel (+ 6 %), der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 6 %) und der Textileinzelhandel (+ 5 %) ein.
Einschließlich März ergibt sich im bisher abgelaufenen Jahr 1971 für den Durchschnitt der am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte im Vergleich mit dem entsprechenden Zeitraum des Jahres 1970 eine wertmäßige Absatzzunahme von 9 %. Auch alle Branchen haben in den ersten drei Monaten 1971 mehr umgesetzt als 1970. Besonders starke Steigerungsraten ergaben sich im Fahrradeinzelhandel (+ 23 %), im Tapeten- und Bodenbelaghandel (+ 23 %), im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 20 %), im Möbeleinzelhandel (+ 19 %) und bei den Reformhäusern (+ 18 %). Deutlich über dem Einzelhandelsdurchschnitt lagen auch der Eisenwaren- und Hausrathandel (+ 14 %), der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 14 %) und der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (+ 13 %). Im Sortimentsbuchhandel betrug das wertmäßige Plus 11 % und im Schuheinzelhandel, im Beleuchtungs- und Elektroeinzelhandel, im Sportartikeleinzelhandel und im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel jeweils 10%. DerTextileinzelhandel und der Radio- und Fernseheinzelhandel haben dein Einzelhandelsdurchschnitt entsprechend in den ersten drei Monaten 1971 wertmäßig 9 % mehr umgesetzt als in der gleichen Zeit des Jahres 1970. Etwas geringer war die Erhöhung im Tabakwareneinzelhandel (+ 8 %). Stärker hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind im bisher abgelaufenen Jahr die Drogerien (+ 6 %), der Lebensmitteleinzelhandel (+ 5 %) und der Lederwaren- und Galanteriewareneinzelhandel sowie der Spielwareneinzelhandel (jeweils + 4 %).
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Zwischen den Fachzweigen des Textileinzelhandels sind auch im März 1971 erhebliche Abweichungen in der Absatzentwicklung aufgetreten. Während die Geschäfte mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung wertmäßig nur das gleiche umsetzten wie im März 1970, erzielten die Meterwarengeschäfte eine Zuwachsquote von 29 %. Vergleichsweise gut haben auch die Geschäfte mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen (+ 17 %) und die Geschäfte mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren (+ 16 %) abgeschnitten. Bei den Geschäften mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung betrug das Absatzplus 9 % und bei den Miederwarengeschäften 7 %. Etwas hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind mit Steigerungsraten von jeweils 4 % die Geschäfte mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren, die Herrenausstatter und die Textilsortimenter. Noch geringer waren die Erhöhungen bei den Geschäften mit Herren- und Knabenoberbekleidung (+ 2 %) und den Geschäften mit Baby- und Kinderausstattung (+ 1 %).
Von den Fachzweigen des Eisenwaren- und Hausrathandels lagen die Geschäfte mit Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen (+ 27 %) an der Spitze. Es folgten die Firmen mit 30 % und mehr Walzmaterial-, Sanitärartikel-, Bau- und Brennstoffabsatz (+ 22 %). Eine mittlere Position nahmen mit einem Plus von 14 % die Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit gemischtem Sortiment ein. Hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind die Geschäfte mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten (+ 10 %) und vor allem die Geschäfte mit 40 % und mehr Haushaltgroßgeräteabsatz (+ 3 %).
Gegenüber dem Vormonat Februar ergab sich im März 1971 der saisonbedingte Absatzanstieg. Im Einzelhandelsdurchschnitt war das Verkaufsergebnis im März 21 % höher als im Februar. Auch alle Branchen wiesen mehr
oder weniger starke Absatzzunahmen auf. Vom Sportartikeleinzelhandel wurden im März 60 % mehr umgesetzt als im Februar. Beachtliche Erhöhungen ergaben sich auch im Schüheinzelhandel (+ 57 %), im Lederwaren- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 39 %), im Textileinzelhandel (+ 36 %), im Möbeleinzelhandel (+ 31 %) und im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 30 %). Vergleichsweise gering waren die Zuwachsquoten im Lebensmitteleinzelhandel (+ 12 %), im Spielwareneinzelhandel (+ 8 %), im Radio- und Fernseheinzelhandel (+ 7 %) und im Tabakwareneinzelhandel (+ 6 %).
