Der Einzelhandelsabsatz im April 1971
von Prof. Dr. Edmund SundhoffDie Verschiebung des Ostergeschäftes, das 1970 ausschließlich in den März, 1971 dagegen in den März und den April gefallen ist, hat die Absatzentwicklung des Einzelhandels im März und April 1971 erheblich beeinflußt. Nach einer vergleichsweise geringen wertmäßigen Absatzzunahme von 7 % im März 1971 gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat wurde im April eine ungewöhnlich hohe Zuwachsquote ausgewiesen. Die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte (außer Warenhäusern, Konsumgenossenschaften, Filialbetrieben und Versandhandel) setzten wertmäßig 19 % mehr um als im April 1970.
Auch der überwiegende Teil der Einzelhandelsbranchen hat im April deutliche Absatzverbesserungen erzielt. An der Spitze lag der Schuheinzelhandel, bei dem das wertmäßige Verkaufsergebnis im Durchschnitt 55 % höher war als im April 1970. Es folgten der Fahrradeinzelhandel (+ 47 %) und der Spielwareneinzelhandel (+ 41 %). Die am Betriebsvergleich beteiligten Sportartikelfachgeschäfte erzielten ein wertmäßiges Plus von 35 %. Ähnlich war auch die Entwicklung im Textileinzelhandel, wo die Zuwachsquote 31 % betrug. Über dem Durchschnitt lagen auch die Gemischtwarengeschäfte (+ 24 %), der Lederwaren- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 22 %) und der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 21 %). Vergleichsweise schlecht haben der Beleuchtungs- und Elektroeinzelhandel und der Radio- und Fernseheinzelhandel abgeschnitten; in beiden Branchen war das wertmäßige Verkaufsergebnis im April 1971 nur 1 % höher als im April 1970. Nicht wesentlich besser ist die Entwicklung im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 2 %) gewesen. Deutlich unter dem Durchschnitt lagen weiterhin der Tapeten- und Bodenbelaghandel (+ 4 %), der Sortimentsbuchhandel (+ 8 %), der Tabakwareneinzelhandel (+ 8 %), der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+ 9 %) und der Lebensmitteleinzelhandel sowie der Möbeleinzelhandel (jeweils + 12%). Eine mittlere Position nahmen der Eisenwaren- und Hausrathandel (+ 16 %), die Drogerien (+ 17 %) und die Reformhäuser sowie der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel (jeweils + 18%) ein.
Die beachtliche Absatzzunahme im April hat auch zu einer Verbesserung des Ergebnisses im bisher abgelaufenen Jahr 1971 geführt. Nachdem die am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte bis Ende März im Vergleich mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum ein wertmäßiges Plus von 9 % auswiesen, ergibt sich einschließlich April eine Zuwachsquote von 11 %. An der Absatzbelebung im bisher abgelaufenen Jahr 1971 haben alle Einzelhandelsbranchen in mehr oder weniger starkem Umfang teilgenommen. Das beste Ergebnis wies der Fahrradeinzelhandel auf, der bis Ende April den Vorjahresabsatz wertmäßig um 32 % übertroffen hat. Mit einer Steigerungsquote von 24 % liegt der Schuheinzelhandel an zweiter Stelle. Beachtliche Verbesserungen ergaben sich auch bei den Reformhäusern (+ 18 %) und im Tapeten- und Bodenbelaghandel sowie im Möbeleinzelhandel (jeweils + 17%). Der Textileinzelhandel, der Sportartikel einzelhandel und der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel haben in den ersten vier Monaten des Jahres 1971 jeweils 15 % mehr umgesetzt ais in der gleichen Zeit des Jahres 1970. Im Eisenwaren- und Hausrathandel sowie im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel betrug in diesem Zeitraum die Verbesserung 14 %, im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel sowie im Uhren-, Juwelen-, Gold-und Silber Wareneinzelhandel 13 % und im Spielwareneinzelhandel sowie bei den Gernischtwarengeschäften 12%. Die geringste Absatzsteigerung ergab sich in den ersten vier Monaten des Jahres 1971 mit jeweils 7 % im Lebensrnitteleinzelhandel und im Radio- und Fernseheinzelhandel. Auch der Tabakwareneinzelhandel (+ 8 %), der Beleuchtungs- und Elektroeinzelhandel (+ 8 %), die Drogerien (+ 9 %), der Lederwaren- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 10 %) und der Sortimentsbuchhandel (+ 10 %) haben das Durchschnittsergebnis nicht ganz erreicht.
Ergänzend ist zu diesem Bericht noch anzuführen:
Von den Fachzweigen des Textileinzelhandels erzielten die Geschäfte mit Baby- und Kinderausstattung (+ 44 %) die höchste Absatzzunahme. Vergleichsweise gut haben auch die Herrenausstatter (+ 39 %), die Geschäfte mit Herren- und Knabenoberbekleidung (+ 37 %), die Geschäfte mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbkleidung ( + 36%) und die Geschäfte mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung (+ 36 %) abgeschnitten. Eine dem Branchendurchschnitt entsprechende Zuwachsquote von 31 % verzeichneten die Geschäfte mit "Wäsche, Wirk- und Strickwaren. Ähnlich war
auch die Entwicklung bei den Textilsortimentern, wo das Plus 30 % betrug. Deutlich hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind im April 1971 die Miederwarengeschäfte (+ 18 %), die Geschäfte mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren (+ 13 %), die Meterwarengeschäfte (+ 10 %) und die Geschäfte mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen (+ 6 %).
Auch zwischen den Fachzweigen des Eisenwaren- und Hausrathandels ergaben sich im April erhebliche Unterschiede im Absatzverlauf. Während die Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit 30 % und mehr Walzmaterial-, Sanitärartikel-, Bau- und Brennstoffabsatz nur eine Erhöhung von 2 % registrierten, erreichten die Geschäfte mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten eine Steigerungsrate von 20 % . Von den Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit gemischtem Sortiment wurden im April 18 % und von den Geschäften mit vorwiegend Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen 16 % mehr umgesetzt als im entsprechenden Monat des Jahres 1970. Vergleichsweise gering war dagegen das Plus mit 5 % bei den Betrieben mit 40 % und mehr Haushalt- Großgeräteabsatz.
Im Vergleich mit dem Vormonat März wies der Einzelhandelsdurchschnitt im April eine wertmäßige Absatzerhöhung von 10 % aus. Auch hier lagen der Schuheinzelhandel (+ 63 %) und der Fahrradeinzelhandel (+ 62 %) an der Spitze. Eine beachtliche Zuwachsquote ergab sich außerdem im Lederwaren- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 35 %).
