Der Einzelhandelsbranchen im Mai 1971
von Prof. Dr. Edmund SundhoffNachdem der Einzelhandel — durch die Verlagerung des Qstergeschäftes beeinflußt — im April 1971 gegenüber dem entsprechenden Vorjahrsmonat eine ungewöhnlich starke Absatzsteigerung von 19 % erzielt hatte, ist der Absatzverlauf im Mai wieder normal gewesen. Die am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte (außer Warenhäusern, Konsumgenossenschaften, Filialbetrieben und Versandhandel) setzten wertmäßig 9 % mehr um als im Mai 1970. Damit entsprach die Zuwachsquote genau dem durchschnittlichen Ergebnis der ersten drei Monate des Jahres 1971.
In den einzelnen Branchen ist allerdings die Entwicklung stark unterschiedlich gewesen. Während der Fahrradeinzelhandel eine wertmäßige Absatzzunahme von 20 % erzielte, betrug das Plus im Tabakwareneinzelhandel, im Schuheinzelhandel, im Radio- und Fernseheinzelhandel sowie im Lederwaren- und Galanteriewareneinzelhandel nur jeweils 4 %. Hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind im Mai auch der Lebensmitteleinzelhandel (+ 5 %) und der Spielwareneinzelhandel (+ 7 %). Vom Beleuchtungs- und Elektroeinzelhandel und von den Drogerien wurden im Mai 1971 wertmäßig jeweils 10% mehr umgesetzt als im Mai 1970. Alle übrigen am Betriebsvergleich beteiligten Branchen lagen deutlich über dem Einzelhandelsdurchsehnitt. Nach dem Fahrradeinzelhandel folgten der Sportartikeleinzelhandel (+ 19 %), der Möbeleinzelhandel und der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (jeweils + 18%), der Sortimentsbuchhandel (+ 17 %), der Glas-, Porzellan-und Keramikeinzelhandel, die Reformhäuser und der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (jeweils + 16%) sowie der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (+ 15 %). Im Eisenwaren- und Hausrathandel betrug die wertmäßige Zuwachsquote 14 %, im Tapeten- und Bodenbelaghandel 13 % und im Textileinzelhandel 12%.
Faßt man das Verkaufsergebnis der ersten fünf Monate des Jahres 1971 zusammen, so ist für die am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsfachgeschäfte im Vergleich mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum eine wertmäßige Erhöhung von 11 % festzustellen. Auch im bisher abgelaufenen Jahr liegt der Fahrradeinzelhandel mit einem Plus von 28 % an erster Stelle. Beachtliche Steigerungsquoten erzielten auch der Schuheinzelhandel (+ 19 %), die Reformhäuser (+ 18 %), der Möbeleinzelhandel ( + 17 %) und der Tapeten-und Bodenbelaghandel sowie der Sportartikeleinzelhandel (jeweils + 16%). Vom Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel wurde bis Ende Mai das Vorjahresergebnis wertmäßig um 15 % übertroffen. Ähnlich war auch die Entwicklung im Textileinzelhandel, im Eisenwaren- und Hausrathandel, im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel, im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhande und im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (jeweils + 14%). Ein dem Gesamtdurchschnitt entsprechendes Plus von 11 % wiesen der Spielwareneinzelhandel und der Sortimentsbuchhandel auf. Unterdurchschnittlich waren in den ersten fünf Monaten des Jahres 1971 die Zuwachsraten im Lebensmitteleinzelhandel, im Tabakwareneinzelhandel und im Radio- und Fernseheinzelhandel (jeweils + 7%), im Beleuchtungs- und Elektroeinzelhandel (+ 8 %) und bei den Drogerien sowie im Lederwaren- und Galanteriewareneinzelhandel (jeweils + 9 %).
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Zwischen den Fadfarweigen des Textileinzelhandels sind auch im Mai erhebliche Unterschiede in der Absatzentwicklung aufgetreten, wobei die Ergebnisse tendenziell umgekehrt waren wie im Vormonat April. Die Extremwerte wiesen mit einer Steigerungsrate von 26% die Geschäfte mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren und mit einem Plus von nur 1 % die Geschäfte mit Baby- und Kinderausstattung auf. Deutlich über dem Durchschnitt lagen auch die Meterwarengeschäfte
(+ 24%), die Miederwarengeschäfte (+ 19 %) und die Herrenausstatter (+ 18 %). Von den Geschäften mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren wurden im Mai 1971 rund 1 5% mehr umgesetzt als im Mai 1970. Ähnlich war auch die Entwicklung bei den Textilgeschäften mit gemischtem Sortiment (+ 14 %), den Geschäften mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen (+ 13 %) und den Geschäften mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung (+ 11 %). Zusammen mit den Geschäften
mit Baby- und Kinderausstattung haben die Geschäfte mit Herren- und Knabenoberbekleidung (+ 5 %) und die Geschäfte mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung (+ 4 %) das Durchschnittsergebnis nicht erreicht.
In den Fachsparten des Eisenwaren- und Hausrathandels ist die Absatzentwicklung im Mai 1971 relativ einheitlich gewesen. Hier schwankten die Zuwachsquoten zwischen 17% bei den Geschäften mit 40% und mehr Haushalt-Großgeräteabsatz und 10 % bei den Firmen mit 3 0% und mehr Walzmaterial-, Sanitärartikel-, Bau- und Brennstoffabsatz. Die Geschäfte mit vorwiegend Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen setzten im Mai 1971 wertmäßig 16% mehr um als im Mai 1970. Bei den Eisenwaren- und Hausrathandlungen mit gemischtem Sortiment betrug
die Steigerungsquote 1 5 % und bei den Geschäften mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten 13 %.
Im Vergleich mit dem Vormonat April ist das Verkaufsergebnis im Mai allgemein rücklaufend gewesen. Im Einzelhandelsdurchschnitt betrug die Absatzminderung 6 %. Besonders stark waren die Einbußen im Spielwareneinzelhandel (— 29 %), im Sortimentsbuchhandel (— 15%), im Schuheinzelhandel (— 14 %) und bei den Reformhäusern (— 11 %). Vom Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel wurden im Mai 9 %, vom Lebensmitteleinzelhandel sowie vom Lederwaren- und Galanteriewareneinzelhandel 8 % und vom Tabakwareneinzelhandel sowie vorn Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel 7 % weniger umgesetzt als im April. Im Testileinzelhandel entsprach der Rückgang mit 6 % genau dem Einzelhandelsdurchschnitt. Vergleichsweise gering waren die Absatzeinbußen mit jeweils 1 % bei den Drogerien und im Tapeten- und Bodenbelaghandel. Einige Branchen haben im Gegensatz zum Gesamtdurchschnitt im Mai mehr umgesetzt als im Vormonat April. Die stärkste Erhöhung ergab sich mit 22 % im Sportartikeleinzelhandel. Im Eisenwaren- und Hausrathandel betrug die Zuwachsquote 9 %, im Radio- und Fernseheinzelhandel 7 % und im Möbeleinzelhandel sowie im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel 3 %.
