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Der Einzelhandelabsatz im Juni 1971

von Prof. Dr. Rudolf Seyffert und Prof.Dr. Edumd Sundhoff
Nach den beachtlichen Absatzzunahmen des Einzelhandels in den ersten fünf Monaten des Jahres 1971 ist die Steigerungsrate im Juni 1971 relativ gering gewesen. Bei den am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäften (außer "Warenhäusern, Konsumgenossenschaften, Filialbetrieben und Versandhandel) war das wertmäßige Verkaufsergebnis nur 4 % hoher als im Juni 1970. Hierbei muß allerdings berücksichtigt werden, daß in dem zum Vergleich herangezogenen Juni 1970 eine besonders starke Geschäftsbelebung verzeichnet worden war: Im Vorjahr wurde das wertmäßige Verkaufsergebnis des Juni 1969 vom Einzelhandelsdurchschnitt um 18 % übertroffen.
Zwischen den einzelnen Branchen sind im Juni 1971 beträchtliche Abweichungen in der Absatzentwicklung aufgetreten. Nachdem sie im Juni 1970 die höchsten Zuwachsquoten erzielt hatten, mußten im Gegensatz zur allgemeinen Entwicklungstendenz im Juni 1971 der Textileinzelhandel (-3 %), der Sportartikeleinzelhandel (-4 %) und der Schuheinzelhandel
(-14 %) Absatzeinbußen hinnehmen. Vergleichsweise schlecht haben im Juni 1971 auch die Drogerien abgeschnitten, bei denen das wertmäßige Verkaufsergebnis unverändert geblieben ist. Alle übrigen am Betriebsvergleich beteiligten Einzelhandelsbranchen erzielten mehr oder weniger starke Absatzerhöhungen. An der Spitze lag mit einem wertmäßigen Plus von 19 % der Beleuchtungs- und Elektroeinzelhandel. Nur um 1 % geringer waren die Steigerungsraten mit jeweils 18 % im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel und im Sortimentsbuchhandel. Es folgten der Möbeleinzelhandel (+16 %), der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+16 %) und die Reformhäuser sowie der  Fahrradeinzelhandel (jeweils + 15%). Vom Radio- und Fernseheinzelhandel, vom Tapeten- und Bodenbelaghandel und vom Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel wurden im Juni 1971 wertmäßig jeweils 12% mehr umgesetzt als im Juni 1970. Im Tabakwareneinzelhandel und im Lederwaren- und Galanteriewareneinzelhandel betrug die Verbesserung 9 %, im Spielwareneinzelhandel 8%, im Eisenwaren- und Hausrathandel 7%, bei den Gemischtwarengeschäften 6%, im Lebensmitteleinzelhandel 5 % und im Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel 4 %.
Einschließlich Juni ergibt sich für den Einzelhandel insgesamt im bisher abgelaufenen Jahr 1971 im Vergleich mit dem entsprechenden Zeitraum des Jahres 1970 eine wertmäßige Absatzsteigerung von 10%. Auch von allen am Betriebsvergleich beteiligten Branchen wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 1971 die Vorjahresergebnisse übertroffen, wobei die Zuwachsquoten zwischen 25 % im Fahrradeinzelhandel und 6 % im Lebensmitteleinzelhandel schwankten. Relativ gut haben im ersten Halbjahr 1971 auch der Möbeleinzelhandel und die Reformhäuser (jeweils + 17%) abgeschnitten. Beachtliche Steigerungsraten wiesen außerdem der Tapeten- und Bodenbelaghandel (+15 %) und der Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel sowie der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (jeweils + 14%) auf. Vom Eisenwaren- und Hausrathandel, vom Büromaschinen-, Büromobelund Organisationsmittelhandel und vom Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel wurden bis Ende Juni die Vorjahresergebnisse um jeweils 13 % übertroffen. Nur um 1 % geringer war das Plus mit 12% im Schuheinzelhandel, im Sportartikeleinzelhandel und im Sortimentsbuchhandel. Der Textileinzelhandel, der Spielwareneinzelhandel und die Gemischtwarengeschäfte setzten im ersten Halbjahr 1971 jeweils 11 % mehr um als im Vorjahr. Im Beleuchtungs- und Elektroeinzelhandel ergab sich eine dem Einzelhandelsdurchschnitt entsprechende Verbesserung von 10 %. Etwas hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind neben dem Lebensmitteleinzelhandel (+6 %) auch derTabakwareneinzelhandel (+7 %), der Radio- und Fernseheinzelhandel + 8%), die Drogerien ( + 8 %) sowie der Lederwaren- und Galanteriewareneinzelhandel ( + 9%).
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Im Gegensatz zum Branchendurchschnitt haben einige Teilbranchen des Textileinzelhandels im Juni 1971 mehr umgesetzt als im Juni 1970. Von den Geschäften mit Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen wurde das Vorjahresergebnis um 1 5 % übertreffen. Bei den Geschäften mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren betrug die Zuwachsquote
9 %, bei den Meterwarengeschäftten 7 %, bei den Geschäften mit Baby- und Kinderausstattung 4 % und bei den Geschäften mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung 1 %. Die stärkste Einbuße wiesen mit 8 % die Herrenausstatter auf. Bei den Geschäften mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren war das Verkaufsergebnis im Juni 1971 wertmäßig 7 % niedriger als im entsprechenden Vorjahresmonat. Ähnlich starke Absatzrückgänge ergaben sich auch bei den Geschäften mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung und den
Miederwarengeschäften (jeweils - 6 % ) . Die Textilsortimenter setzten im Berichtsmonat 5 % und die Geschäfte mit Herren- und Knabenoberbekleidung 4% weniger um als im Vorjahr.
Auch zwischen den Teilbranchen des Eisenwaren- und Hausrathandels sind im Juni erhebliche Abweichungen in der Absatzentwicklung aufgetreten. Die Steigerungsquoten schwankten zwischen 1 4% bei den Geschäften mit 30 % und mehr Walzmaterial-, Sanitärartikel-, Bauund Brennstoffabsatz und 4 % bei den Geschäften mit 40% und mehr Haushalt Großgeräteabsatz. Von den Geschäften mit vorwiegend Baubesdilägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen wurde ein wertmäßiges Plus von 1 0% registriert. Eine mittlere Position nahmen die Geschäfte mit vorwiegend Haus- und Küchengeräten (+6 %) und mit gemischtem Sortiment (+5 %) ein.
Gegenüber dem Vormonat Mai wies der Einzelhandelsdurchschnitt im Juni 1971 eine Absatzminderung von 6 % auf. Besonders starke Saisonrückgänge ergaben sich im Schuheinzelhandel (-33 %), im Textileinzelhandel (-18 %), im Lederwaren- und Galanteriewareneinzelhandel (-17 %) und im Fahrradeinzelhandel (-12 %).
Die am Betriebsvergleich beteiligten Glas-, Porzellanund Keramikfachgeschäfte setzten im Juni 9 % weniger um als im Mai. Etwas geringer waren die Einbußen Im Möbeleinzelhandel (-6 %), bei den Reformhäusern (-6 %), bei den Drogerien (-4 %) und im Eisenwaren- und Hausrathandel (-3 %). Im Gegensatz zum Gesamtdurchschnitt erzielten einige Einzelhandelsbranchen im Juni gegenüber Mai Absatzsteigerungen. An der Spitze lag mit einem Plus von 30 % der Beleuchtungsund Elektroeinzelhandel. Es folgten der Radio- und
Fernseheinzelhandel (+10 %), der Tabakwareneinzelhandel (+9 %) und der Büromaschinen-, Büromöbelund Organisationsmittelhandel (+6 %). Relativ geringe Zunahmen sind im Lebensmitteleinzelhandel (+2 %), im Spielwareneinzelhandel (+3 %) und im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (+4 %) eingetreten.
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