Der Einzelhandelsabsatz im Juli 1971
von Prof. Dr. Edmund SundhoffNachdem der Einzelhandel im Juni 1971 wertmäßig nur 4 % mehr umsetzte als im entsprechenden Vorjahresmonat, wurde im Juli wieder eine beachtliche Zuwachsquote erreicht. Von den am Betriebsvergleich des Instituts für Handelsforschung beteiligten Einzelhandelsfachgeschäften (außer Warenhäusern, Konsumgenossenschaften, Filialbetrieben und Versandhandel) wurde das wertmäßige Verkaufsergebnis des Juli 1970 im Durchschnitt um 10% übertroffen. Die Erhöhung entsprach hiermit der durchschnittlichen Steigerungsrate des ersten Halbjahres 1971.
An der Geschäftsbelebung im Juli 1971 gegenüber Juli 1970 haben alle Einzelhandelsbranchen teilgenommen. Der Umfang der Verbesserungen war allerdings unterschiedlich. An der Spitze lagen die Reformhäuser, bei denen die wertmäßige Absatzerhöhung 21 % betrug. Beachtliche Zuwachsquoten ergaben sich auch im Fahrradeinzelhandel (+ 18%), im Sportartikeleirizelhandel (+ 17%), im Schuheinzelhandel (+ 16%) und im Textileinzelhandel sowie bei den Drogerien (jeweils + 14%). Vom Spielwareneinzelhandel wurden im Juli 1971 wertmäßig 12% mehr umgesetzt als im Juli 1970. Der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel wies eine dem Einzelhandelsdurchschnitt entsprechende Steigerungsrate von 10 % aus. Alle übrigen Branchen sind in mehr oder weniger starkem Umfang hinter dem Durchschnittsergebnis zurückgeblieben. Die geringste Absatzzunahme registrierte mit 2 % der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel. Im Möbeleinzelhandel betrug das Plus 4 %, im Beleuchtungs- und Elektroemzelhandel 5 % und im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel, im Radio- und Fernseheinzelhandel sowie im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel jeweils 6%. Im Lederwaren- und Galanteriewareneinzelhandel und im Sortimentsbuchhandel war das wertmäßige Verkaufsergebnis jeweils 7 % höher als im entsprechenden Vorjahresmonat. Ähnliche Zuwachsraten wiesen auch der Tabakwareneinzelhandel (+ 8 %), der Tapeten- und Bodenbelaghandel ( + 8%), der Eisenwaren- und Hausrathandel (+ 8 %) und der Lebensmitteleinzelhandel ( + 9%) aus.
Faßt man das Verkaufsergebnis der ersten sieben Monate des Jahres 1971 zusammen, so ergibt sich für den Einzelhandel insgesamt im Vergleich mit dem entsprechenden Zeitraum des Jahres 1970 eine wertmäßige Erhöhung von 10%. In den Branchen schwankten die Verbesserungen zwischen 7 % im Lebensmitteleinzelhandel und 24% im Fahrradeinzelhandel. Unter dem Durchschnitt lagen neben dem Lebensmitteleinzelhandel auch der Tabakwareneinzelhandel (+ 8 %), der Radio- und Fernseheinzelhandel ( + 8%), der Lederwaren- und Galanteriewareneinzelhandel (+ 8 %), der Beleuchtungs- und Elektroeinzelhandel ( + 9%) und die Drogerien (+ 9%). Nach dem Fahrradeinzelhandel folgten mit einem Plus von 18 % die Reformhäuser an zweiter Stelle. Beachtlich waren auch die Absatzerhöhungen im Möbeleinzelhandel und im Tapeten- und Bodenbelaghandel (jeweils + 14%) sowie im Schuheinzelhandel, im Glas-, Porzellan- und Keramikeinzelhandel, im Sportartikeleinzelhandel, im Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel und im Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (jeweils + 13%), Der Textileinzelhandel, der Eisenwaren- und Hausrathandel sowie der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel setzten in den ersten sieben Monaten des Jahres 1971 wertmäßig jeweils 12 % mehr um als in der gleichen Zeit des Jahres 1970. Ähnlich war auch die Entwicklung im Spielwareneinzelhandel und im Sortimentsbuchhandel (jeweils + 11%).
Ergänzend ist zu dem vorstehenden Bericht noch auszuführen:
Von den Fachzweigen des Textileinzelhandels erzielten die Geschäfte mit Damen-, Mädchen- und Kinderoberbekleidung (+ 18 %) die stärkste Zuwachsrate. Es folgten die Meterwarengeschäfte ( + 17%), die Textilsortimenter (+ 16%) und die Geschäfte mit Wäsche, Wirk- und Strickwaren (+ 15 %). Die am Betriebsvergleich beteiligten Herrenausstatter haben im Juli 1971 dem Branchendurchschnitt entsprechend 14% mehr umgesetzt als im Juli 1970. Etwas geringer waren die Verbesserungen bei den Geschäften mit Herren- und Knabenoberbekleidung (+ 13 %) und den Miederwarengeschäften
(+ 12 %). Stärker hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind die Geschäfte mit Herren-, Damen- und Kinderoberbekleidung (+ 9 %), die Geschäfte mit Haus- und Bettwäsche, Bettwaren (+ 8 %), die Geschäfte mit Baby- und Kinderausstattung (+ 6 %) und vor allem die Geschäfte mit vorwiegend Teppichen, Möbelstoffen und Gardinen (+ 1 %).
Im Eisenwaren- und Hausrathandel wiesen die Extremwerte mit + 10% die Geschäfte mit Haus- und Küchengeräten und mit + 4 % die Geschäfte mit 30 % und mehr Walzmaterial-, Sanitärartikel-, Bau- und Brennstoffabsatz auf. Die Geschäfte mit vorwiegend Baubeschlägen, Kleineisenwaren und Werkzeugen haben im Juli 9 % und die Geschäfte mit gemischtem Sortiment 8 % mehr umgesetzt als im entsprechenden Vorjahresmonat. Unter dem Durchschnitt lagen die Geschäfte mit
40 % und mehr Haushalt-Großgeräteabsatz, bei denen das Plus nur 5 % betrug.
Gegenüber dem Vormonat Juni erzielte der Einzelhandelsdurchschnitt im Juli 1971 ein Absatzplus von 13 %. Besonders starke Erhöhungen wurden mit jeweils 30 % vom Spielwareneinzelhandel und vom Sportartikeleinzelhandel registriert. Über dem Durchschnitt lagen auch der Schuheinzelhandel (+ 27 %), der Textileinzelhandel (+ 25 %), die Drogerien (+ 21 %), der Lederwaren- und Galanteriewareneinzelhandel ( + 19%) und der Uhren-, Juwelen-, Gold- und Silberwareneinzelhandel (+ 18%). Eine mittlere Position nahmen der Möbeleinzelhandel (+ 9 %), der Lebensmitteleinzelhandel (+ 11 %) und der Sortimentsbuchhandel ( + 14%) ein. Entgegen der allgemeinen Entwicklungstendenz setzten die Eisenwaren- und Hausrathandlungen (— 2 %), der Radio- und Fernseheinzelhandel (—4 %), der Papier-, Bürobedarf- und Schreibwareneinzelhandel (— 7 %), der Büromaschinen-, Büromöbel- und Organisationsmittelhandel (— 7 %) und der Beleuchtungs-undEIektroeinzelhandel (—12%) im Juli weniger um als im Vormonat Juni.
